Im Wald verirrt: Frau findet nach vier Wochen nach Hause

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Die berühmte russische Weite kann lebensgefährlich sein: Im Ural ist eine junge Frau wieder aufgetaucht, die sich vor gut einem Monat im Wald verlaufen hatte. Überlebt hat sie dank der Vorräte in einer Jagdhütte, auf die sie gestoßen war.

Die 29 Jahre alte Mutter eines zwei Jahre alten Kindes war am 15. Juni vermisst gemeldet worden. Die Frau aus der kleinen Industriestadt Werchni Ufalej (90 km südlich von Jekaterinburg) war mit Freunden zu einem Schaschlik-Picknick in den Wald gegangen, wo man auch gemeinsam übernachtet hatte. Am nächsten Morgen wollte die Frau nach Hause zurück, doch niemand aus ihrer Gruppe mochte sie begleiten. Daraufhin war sie alleine losgegangen – und hatte sich verirrt.

Wie die Polizeibehörde des russischen Gebietes Tscheljabinsk mitteilte, überlebte die Frau nur, weil sie gegen Abend zufällig auf eine unbewohnte Jagdhütte stieß. Dort gab es Lebensmittelvorräte, einen Brunnen, auch warme Kleidung und eine Decke. Allerdings hatte die unfreiwillige Einsiedlerin nichts zum Feuermachen, weshalb sie die vorhandenen Nudeln und Graupen nur eingeweicht essen konnte. Ihre spartanische Kost ergänzte sie mit Beeren aus dem Wald.

In den ersten Tagen versuchte die Frau mehrfach, von der Hütte aus einen Weg zurück in die Zivilisation zu finden. Doch gelang ihr dies nicht, weshalb sie immer wieder zurückkehrte. Die Frau beschloss daraufhin, an der Hütte zu bleiben – in der Hoffnung, dass alsbald einmal Jäger vorbei kommen würden. Eine unterdessen von der Polizei mit Unterstützung durch Freiwillige eingeleitete Suchaktion nach der Vermissten war erfolglos geblieben.

Nachdem sie vier Wochen ergebnislos in ihrer Zufluchtsstätte ausgeharrt hatte, ging die verzweifelte Eremitin erneut los – und hatte diesmal das Glück, auf Beerensammler zu stoßen, die ihr halfen, aus dem Wald herauszufinden.

Am 13. Juli kehrte die Vermisste zu ihren Eltern und ihrer Tochter nach Hause zurück. Ihr Gesundheitszustand sei befriedigend, so die Polizeibehörde.

[ld/russland.NEWS]

Über den Autor

Lothar Deeg
Lothar Deeg geboren 1965 und gebürtig aus Bad Mergentheim. 1991 infizierte ich mich als frisch gebackener Diplom-Journalist auf einer Reise nach Wladiwostok mit dem Russland-Virus. Rudimentär mit VHS-Russischkenntnissen ausgestattet hängte ich 1994 meinen Redakteursposten beim „fliegermagazin“ an den Nagel und siedelte von München nach St. Petersburg um. Dort schreibe ich seitdem als freier Journalist über alles, was mir aus Stadt und Land berichtenswert erscheint – unter anderem als Korrespondent des epd und des Logistik-Fachblatts „Verkehrsrundschau“. Momentan arbeite ich an meinem dritten und vierten Reiseführer über St. Petersburg. Meine Lieblingsjobs sind aber Städte- und Personenporträts für das Bordmagazin der Airline Swiss.