Holzverarbeitungswerk und Hafenausbau auf Sachalin geplant

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Von Ullrich Umann Moskau (gtai) – Auf Sachalin soll ein Holzverarbeitungswerk im Wert von 149 Mio. US$ entstehen. Parallel zum Bau des Werks wird der Hafen Alexandrowsk-Sachalinski zur Verschiffung der Holzerzeugnisse für 21 Mio. $ modernisiert. Investor und Betreiber des Holzverarbeitungswerks ist die OAO BM Sachalin. Das Sachaliner Ministerium für Forst- und Jagdwirtschaft ist am Projekt beteiligt.

Nach Angaben von Wladislaw Germanowitsch Erschow, Abteilungsleiter für Waldbewirtschaftung im regionalen Ministerium für Forst- und Jagdwirtschaft, wurde als Standort die knapp 11.000 Einwohner zählende Stadt Alexandrowsk-Sachalinski ausgewählt. Der Rohstoff, Fichten- und Lärchenholz, soll aus den Landkreisen Ochinski, Noglikski, Tymowski, Smirnychowski und aus der unmittelbaren Umgebung von Alexandrowsk-Sachalinski angeliefert werden.

Es ist eine Kapazität geplant von 150.000 cbm getrockneten und gehobelten Holzplatten, 50.000 cbm Stämmen und Elementen zum Bau von Holzhäusern, 100.000 cbm Holzchips und 100.000 t Holzpellets. Zusätzlich anfallende Holzreste sollen für die Befeuerung eines Kleinwärmekraftwerks genutzt werden. Darüber hinaus soll Holzkohle für den Bedarf der örtlichen Bevölkerung ausgeliefert werden.

Parallel zum Bau des Werks wird der Hafen Alexandrowsk-Sachalinski zur Verschiffung der Holzerzeugnisse für 21 Mio. $ ausgebaut. Nur ein Teil der Produkte ist für den Verkauf auf Sachalin vorgesehen. Vor Ort dringend benötigt werden allerdings Elemente für den Bau von Holzhäusern. Da Bauholz bislang vor Ort nicht getrocknet werden kann, müssen die für den Häuserbau notwendigen Materialien vom russischen Festland herbeigeschafft werden. Das verursacht Kosten, die in der Zukunft eingespart werden können.

Investor und Betreiber des Holzverarbeitungswerks ist die offene Aktiengesellschaft OAO BM Sachalin, an der sich die Regionalverwaltung in Form des Ministeriums für Forst- und Jagdwirtschaft mit 200 Mio. Rubel beteiligt. Die Gesellschaft überwacht die Projektierung und den Bau des Werks, die Bewirtschaftung der zugewiesenen Abholzstellen und vergibt entsprechende Aufträge. Die Regionalverwaltung stellte bereits finanzielle Vergünstigungen für das Werk in Aussicht. Dazu gehören steuerliche Ermäßigungen, eine verminderte Pacht der zu bewirtschaftenden Wälder und Zuschüsse zu den Logistikkosten.

Die Insel Sachalin nahm 2015 den Export von unverarbeitetem Holz wieder auf – zum ersten Mal seit 2007. Zu den Zielmärkten gehört unter anderem die VR China. Zur Verarbeitung von Holz vor Ort fehlen vorerst die notwendigen Kapazitäten. Örtliche Entscheidungsträger unterstrichen jedoch gegenüber der Tageszeitung „Rossijskaja Gazeta“ die insgesamt positive Entwicklung der Holzwirtschaft auf der Insel.

Allerdings bestünden Defizite in der Forstwirtschaft. Regelmäßig brechen in den Sommermonaten Waldbrände aus. Um die vorhandenen 4,6 Mio. Hektar Wald fachmännisch zu bewirtschaften, müssten zunächst Investitionen in Höhe von 1 Mrd. Rubel getätigt werden. Doch kann das Regionalbudget eine Ausgabe in dieser Höhe derzeit nicht stemmen. Finanzielle Hilfe aus Moskau bleibt bislang ebenfalls aus.