Hamburg und der Maidan in Kiew

Foto: TV-Screenshot

[von Florian Rötzer] Aus der Ferne erhält man den Eindruck, Hamburg ist in Teilen der Kontrolle der Sicherheitskräfte entglitten und zur „wilden Stadt“ geworden. Menschen auf den Straßen feiern, demonstrieren, randalieren, die Polizei kann nur punktuell eingreifen. Es ist ein Bild, das an Szenen 2013 und 2014 in Kiew auf dem Maidan erinnert, als dort die Menschen gegen die legitime Regierung revoltierten und mehr und mehr radikale Kräfte das Geschehen bestimmten.

Hamburg wird kein Kiew werden, die Krawalle und Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht werden einschlafen, wenn das Ereignis, der G20-Gipfel, vorbei sein wird. Es wird nicht zum Sturz einer Regierung kommen wie 2014 in der Ukraine, schließlich gibt es keine ausländischen Mächte und Medien, die sich hinter die Protestierer gegen die Regierung stellen. Auch nicht die russische Regierung, die besonders vor solchen Bewegungen Angst hat.

In der Ukraine wurden die Protestierenden, die Gebäude besetzten, sich bewaffneten und sich – auch vermummt – Schlachten mit der Polizei lieferten, von den westlichen Ländern und vielen westlichen Medien unterstützt. Es war ja eine Befreiungsbewegung gegen das angeblich repressive System, das mit massiver Polizeigewalt gegen Ausschreitungen vorging. Viele Polizisten wurden dabei verletzt, aber das waren Agenten des Bösen. Man hatte seinerzeit auch über Gewalt, rechtsnationale Tendenzen und Häuserbesetzungen hinweggesehen, weil es ja um das Richtige ging, den Anschluss an den Westen, die EU und die Nato.

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