Grüne fordern Berufsverbot für Gergiev

Ursprünglich war die Partei der Grünen in den 1980er Jahren einmal angetreten, um das politische Bild Deutschlands zu läutern. Gut dreißig Jahre später scheint von dieser Gesinnung nicht mehr viel übrig geblieben sein. Auslandseinsätze der Bundeswehr wurden befürwortet, der grüne Außenminister hielt treu den Kurs der konservativen Politik und nun wird eine Vokabel in den Mund genommen, die erschreckend nah an das finsterste Kapitel der deutschen Geschichte heranreicht.

Die Münchner Stadtratsfraktion der Partei sprach sich geschlossen für ein Berufsverbot des künftigen Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker aus. Dieser ist nun niemand Geringeres als der langjährige Leiter des St. Petersburger Mariinsky-Theaters und dessen Spitzenorchester, Valerij Gergiev. Ab 2015, so hielt es ein unterzeichneter Vertrag fest, soll der russische Maestro am Dirigentenpult die Orchesterleitung an der Münchner Philharmonie übernehmen.

Nicht jedoch wenn es nach den Grünen ginge. Weil sich Gergiev im aktuellen Konflikt in der Ukraine deutlich für die Position Russlands aussprach, sollte ihrer Auffassung nach der Vertrag schleunigst wieder aufgekündigt werden. In den grünen Augen geht eine objektive Meinung zu Putins Politik einmal gar nicht. Schon gar nicht zurzeit. Anders ausgedrückt, wer eine pro-russische Haltung vertritt und nicht die dubiose Putsch-Regierung in Kiew schönredet, hat verwirkt und fliegt raus.

Seit Monaten stehen die Grünen an der Spitze der Kriegspropaganda gegen Russland. Der einst propagierte Hang zum Pazifismus scheint wie weggeblasen. Man trifft sich nun lieber mit Vertretern der faschistischen Swoboda-Partei und anderen gewaltbereiten rechten Flügeln. Nun zeigt sich, dass die Politik der Grünen in der Ukraine eine weitere Schattenseite hat. Der Angriff auf demokratische Rechte im eigenen Land hat begonnen. Gesinnungsprüfungen, Zensuren und Berufsverbote für Andersdenkende – es klingt wie ein Rückfall in Deutschlands dunkle Zeiten.

„Wenn grün verwelkt, dann wird es braun.“ Nun welkt es gerade in der Münchner Philharmonie. Herbert von Karajan, der gleich zweimal in die NSDAP eintrat, lässt zackig grüssen.

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