Großbritannien: Anzeichen für IS-Anschlag auf russisches Flugzeug mehren sich

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Großbritannien hat mit der Evakuierung seiner Bürger aus Scharm el Scheich begonnen, von wo vergangenen Samstag der verunglückte Airbus abgeflogen war. Die britischen Geheimdienste verfügen über Informationen, laut denen der Islamische Staat (IS) in der Absturzregion einen Terroranschlag vorbereitet.

Cameron und Putin telefonieren

Der „Telegraph“ berichtet, diesbezügliche Meldungen seien nach dem Unglück im Sinai abgefangen worden. Laut dem britischen Premierminister David Cameron kann die Frage, ob der russische Jet durch eine Bombe zum Absturz gebracht wurde, „eher mit Ja als mit Nein beantwortet werden“. In Moskau steht man derartigen Äußerungen mit Skepsis gegenüber.

Cameron und Russlands Staatschef Wladimir Putin haben am Telefon über die Lage der Dinge gesprochen. Putin ruft dazu auf, sich bei der Klärung der Ursachen ausschließlich auf die Ergebnisse der laufenden Ermittlungen zu stützen. Cameron ist sich dagegen so gut wie sicher in seiner Einschätzung, die auch in Washington favorisiert wird. Russland und Ägypten gehen bis auf Weiteres von technischen Gründen für die Katastrophe aus, bei der 224 Menschen ums Leben kamen.

Bombe im Gepäckraum?

Laut BBC vermuten die britischen Ermittler, die am Flughafen in Scharm el Scheich Untersuchungen vornehmen, dass eine Bombe im Gepäckraum der Maschine platziert worden war. Das weise auf eine „undichte Stelle“ beim Flughafenpersonal hin. „The Telegraph“ schreibt, das Gepäck der britischen Staatsangehörigen würde separat ausgeflogen werden, um dieser Gefahr auszuweichen.

Laut dem Blatt hatte London bereits vor zehn Monaten seine Sorge über die Art der Abfertigung und Kontrollen in Scharm el Scheich geäußert. Im Moment sollen sich etwa 20.000 Briten in dem ägyptischen Badeort aufhalten.

Angehörige sollen Flughafenhotel räumen

Die Petersburger Behörden haben die Angehörigen der Absturzopfer indessen gebeten, bis Samstagmorgen aus dem Hotel am Flughafen Pulkovo abzureisen, wo sie seit dem 1. November untergebracht waren. Begründet wird die Aufforderung damit, dass die visuelle Identifizierung der Toten abgeschlossen sei; weitere Untersuchungen würden anhand von DNA-Analysen durchgeführt.

Das dritte Flugzeug des russischen Katastrophenschutzes mit den sterblichen Überresten der Passagiere an Bord konnte Freitagmorgen wegen dichten Nebels nicht in Petersburg landen. Es wurde nach Moskau umgeleitet und soll um Mittag herum am Zielflughafen eintreffen.

[sb/russland.RU]