Gref dämpft Medwedjews Wirtschaftsoptimismus

Gref dämpft Medwedjews Wirtschaftsoptimismus

Während der russische Premierminister Dmitrij Medwedjew von einer Stabilisierung der Finanzsituation im Lande spricht, sagte German Gref, Chef der größen russischen Finanzinstituts, der Sberbank, für 2016 eine Zitterpartie für die russische Wirtschaft voraus.

So sieht Metwedjew den Kurs der nationalen Währung für nächstes Jahr bei 63 Rubel für den US-Dollar. Das sagte er in einem Interview für das russische Fernsehen.

Dem Haushalt für das nächste Jahr liegt ein gemittelter Kurs von etwa 63 Rubel gegenüber dem Dollar zugrunde. „Genau in diesen Grenzen wird sich der Rubel halten“, gab sich der Regierungschef überzeugt. Allerdings klingt die Zuversicht Medwedjews angesichts eines Dollar-Kurses von derzeit über 68 Rubeln wie das Pfeifen im dunklen Wald. Immerhin räumte auch er die Abhängigkeit der russischen Währung vom Weltmarktpreis für Erdöl und meinte, dass, wenn die Öl-Notierungen wieder über das derzeitige Niveau steigen, auch der Rubel wieder an Wert gewinnen könnte.

„Allerdings sind Prognosen eine undankbare Sache“, gab Medwedjew zu.

Aber insgesamt habe sich die finanzielle Situation in Russland stabilisiert, ungeachtet des flexiblen Rubelkurses.

„Wir wissen, dass dieser Prozess nicht unendlich ist, aber dieses tiefe Kurs-Tal und die Grenzen des Korridors mussten wir dennoch kennenlernen. Alles hat sich stabilisiert“, verbreitete der russische Ministerpräsident Zuversicht.

Nach seinen Worten ist der Rubel in der letzten Zeit in einen vollkommen neuen Aggregatzustand übergegangen und ist derzeit bindungsfrei. „Und das ist gut so, denn niemand diktiert, wie starkt der Rubel zu sein hat“, sagte der Premier. Im vergangenen Jahr sei die Stimmung in der politischen Führung und bei der Zentralbank hinsichtlich des Rubelkurses besorgter gewesen als jetzt.

Sparkassenchef Gref hingegen prophezeite der russischen Wirtschaft, TASS zufolge, für 2016 eine Rezession. „Der Zustand der Wirtschaft wird sich verschlechtern. Wenn es keine Wende im Sinne von Reformen gibt, geht die Ökonomie den Bach hinunter“, warnte Gref gestern im Föderationsrat.

Um aus der Krise herauszukommen, sind systemische Veränderungen in allen Wirtschaftszweigen unumgänglich. „Jeder Tag des Zurückhaltens von Reformen verlängert diese Krise“, sagte er.

Gref stellte laut RIA Nowosti ebenfalls fest, dass gegenwärtig der Bankenbereich inRussland einen ernsthaften Rückgang erlebt.

Hartmut Hübner – russland.RU

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