Gestern prorussische Großdemos in Odessa und Donezk [mit Video]

Gestern 13.000 Demonstranten in Odessa – in Donezk Erstürmung der Staatsanwaltschaft – das Schweigen der Tagesschau

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Der Euromaidan-Regierung in Kiew entgleitet nach der Loslösung der Krim offenbar auch die Ostukraine. Eine Serie von prorussischen Großdemonstrationen in den verschiedensten Städten der russischsprachigen Landesteile der letzten Woche setzte sich auch gestern fort.

Kaum in der westlichen Berichterstattung tauchte dabei eine friedliche Großdemo auf, die mit etwa 13.000 Teilnehmer im südrussischen Odessa stattfand. Gefilmt hat das Spektakel die örtliche Onlinezeitung Tajmer:

Selbst bei der Tagesschau nicht verschließen konnte man die Ohren für die zeitgleiche Demonstration in Donezk, da hier die Staatsanwaltschaft gestürmt würde. Lauthals forderten die Donezker die Freilassung des vor einer guten Woche verhafteten prorussischen örtlichen Oppositionsführers Gubarjow. Es war bereits die zweite Stürmung eines öffentlichen Gebäudes in der Stadt an diesem Wochenende.

Die Euromaidaner, wie die ukrainische Regierung und ihre Anhänger genannt werden, hatten mit Angriffen westukrainischer Neonazis und Demonstrationsverboten die Situation vor Ort erheblich aufgeladen. An den vorherigen Tagen hatte es auch in Charkow, Mariupol und Lugansk in der Ostukraine trotz Repressalien der Euromaidanerprorussische Großdemonstrationen gegeben.

Die Repressalien, die von der deutschsprachigen Mainstream-Presse konsequent verschwiegen werden, äußerten sich nach übereinstimmenden Schilderungen von Medien vor Ort in der Verhaftung mehrerer prorussischer Oppositionsführer, in der polizeilichen Einbestellung von Demonstrationsteilnehmern, Demonstrationsverboten, sowie im Austausch „von oben“ zahlreicher Führungskräfte in Verwaltung, Polizei und Bildungswesen der Ostukraine durch Euromaidaner. Appelle gemäßigter Oppositioneller hin zu einer Föderalisierung der Ukraine blieben dabei ungehört und im Westen ebenfalls unberichtet. Von ARD und ZDF sind Berichte zu prorussischen Oppositionellen nur zu erwarten, wenn es zu Gewalttätigkeiten kommt, die negativ ausgelegt werden können.