Georgi Walentinowitsch Plechanow: Seine Stellung in der Geschichte des Marxismus

Foto: commond.wikimedia/Carl Oswald Bulla Gemeinfrei

[Von David North und Wladimir Wolkow] – Am 11. Dezember 2016 erinnerte die internationale sozialistische Bewegung an den 160. Geburtstag von Georgi Walentinowitsch Plechanow, dem „Vater des russischen Marxismus“. „Was Menschen Übles tun, das überlebt sie. Das Gute wird mit ihnen oft begraben.“ Dies gilt in hohem Maße auch für Plechanow. Diese Einschätzung von ihm entspringt nicht einfach subjektiven Launen von Historikern, sondern dem widersprüchlichen Charakter seiner langen Laufbahn als Revolutionär.

Dass Plechanow in seinen letzten Lebensjahren vor dem nationalen Chauvinismus kapitulierte, hat sein politisches Erbe schwerwiegend beeinträchtigt und sein Ansehen innerhalb der politischen Linken erschüttert. Als im Jahr 1914 der Weltkrieg ausbrach, trat er für die Verteidigung Russlands gegen Deutschland ein. Im Jahr 1917 war er ein erbitterter Gegner der Oktoberrevolution. Dieser zweifache Verrat war nicht das Ergebnis episodischer Fehleinschätzungen. Wir wollen nicht soweit gehen und behaupten, dass Plechanows persönliches Schicksal vorherbestimmt gewesen sei, denn Menschen treffen immer ihre eigenen Entscheidungen. Dennoch reflektiert sein politischer Niedergang das Schicksal einer ganzen Generation von Revolutionären, die von der Weltkrise, die im August 1914 ausbrach, in einem objektiven Sinne politisch überwältigt wurden.

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