Geld des Westens wird für Kriegszwecke missbraucht

Deserteur von Ilja Repin 1917

[von Marco Maier] Die Moral der ukrainischen Soldaten ist im Keller. Immer wieder desertieren Zwangseinberufene. Manche wechseln zu den Rebellen, manche versuchen ins Ausland – vornehmlich nach Russland – zu flüchten. Nun hat die ukrainische Regierung Abschussprämien ausgelobt, obwohl sie kaum in der Lage ist, überhaupt den Sold auszubezahlen. Ob dieser Schritt den Kampfgeist stärkt, ist also fraglich.

Im Gegensatz zu den von diversen Oligarchen finanzierten Söldnerbataillonen, die zudem auch vornehmlich politisch motivierte Kämpfer rekrutieren, kämpfen die regulären ukrainischen Truppen mit massiven Problemen in Sachen Kampfmoral. Immer wieder vermelden die Rebellen, dass ganze Kompanien überlaufen – und Russland hat jenen jungen Ukrainern die in den Krieg gegen die Menschen im Südosten ziehen müssten den temporären Aufenthalt im Lande erleichtert. Studieren statt sterben, lautet da die Devise.

Die radikal-nationalistische Führung in Kiew merkt jedoch, wie sie bei der Bevölkerung zunehmend an Boden verliert. Bis auf die radikalisierten Bevölkerungsteile – vor allem im Westen des Landes – scheint keine große Kriegsbegeisterung vorhanden zu sein. Nun sollen Bonuszahlungen in Form von Abschussprämien dafür sorgen, dass zumindest finanzielle Anreize den Kampfgeist heben. 2.400 Euro soll es für einen zerstörten Panzer, 6.000 Euro für ein abgeschossenes Kampfflugzeug geben. Doch die Rebellen besitzen überhaupt keine Kampfjets. Das wird den Soldaten verschwiegen.

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