G 20 in Brisbane – Mein kürzester Kommentar

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[Von Kai Ehlers] „Man marschiert nicht in andere Länder ein“, erklärte US-Präsident Barak Obama auf dem Gipfel der G 20 in Brisbane. (FAZ, 17.11.2014)

Das liest sich wie ein Knigge der Weltpolitik. Man liest diesen Satz und freut sich über die fundamentale Selbstkritik der amerikanischen Politik, die nun folgen wird, weil sie endlich erkannt hat, was sich gehört. Gemeint ist aber Wladimir Putin, den die regierungstreue Presse als „einsamen Paria“ auf der Sünderbank des G 20 Treffens ausgemacht hat.

Tja, aber Obama hat doch Recht: Man tut das nicht – und die Welt darf sich freuen, dass der US-Präsident sie im Namen der Weltordnung daran erinnert. Und mehr noch, es stimmt auch in einem weiteren Sinne: Vom kanadischen Premier Stephen Harper mit dem Satz angesprochen: „Ich denke mal, ich gebe Ihnen die Hand, aber ich habe Ihnen nur eines zu sagen: Sie müssen aus der Ukraine verschwinden“, antwortete Wladimir Putin, er könne die Ukraine nicht verlassen, weil er ja dort nicht sei. Phantastisch, auf welchem Niveau diplomatischer Wohlanständigkeit man sich trifft.  Da dürfen wir einfachen Konsumenten von Weltpolitik hoffen, dass sich doch alles zum Guten wendet.

Kai Ehlers, www.kai-ehlers.de

Über den Autor

Kai Ehlers
Selbstständiger Forscher, Buchautor, Presse- und Rundfunkpublizist. Mit Vorträgen, Seminaren, Workshops und Projekten bei Bildungsakademien, freien Trägern, politischen Gruppen in Deutschland und Russland tätig. Schwerpunkt liegt auf den Wandlungen im nachsowjetischen Raum und deren lokalen wie auch globalen Folgen.