Fußball WM-Qualifikation: Russland ist nach 4:0-Sieg über Luxemburg fast in Brasilien

Moskau. Es war das vorletzte Spiel für Russland in der Qualifikationsphase für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Für die Sbornaja stand viel auf dem Spiel: Mit einem Sieg konnte das Team dem Traum einer Qualifikation für die WM einen großen Schritt näher kommen – erstmals wieder seit 2002 in Südkorea und Japan. Jetzt ist die Sbornaja fast in Brasilien, die Pflichtaufgabe in Luxemburg wurde mit einem überzeugenden 4:0 (3:0)-Sieg erfüllt.

Russland sorgte direkt vom Anpfiff für mächtigen Druck und die luxemburgische Mannschaft hatte gleich erhebliche Probleme, sich aus der eigenen Abwehr zu befreien. In der achten Minute auch die erste gute Gelegenheit für die Sbornaja – nach einem Fehler von Laurent Jans kam Alexander Kokorin an den Ball, dessen Vorlage konnte Alexander Kerschakow allerdings nicht verwerten.

 

Folgerichtig fiel, bei dieser russischen Überlegenheit, auch gleich danach in der neunten Minute die 1:0-Führung für Russland. Die Luxemburger Abwehr war nicht auf der Höhe und Alexander Samedow behielt die Übersicht, mit einem schönen Schlenzer brachte er sein Team in Führung.

 

Russland blieb danach weiterhin absolut spielbestimmend und in der 18. Minute fast das 2:0 für Russland – Kerschakow kam fünf Meter vor dem Tor der Luxemburger zum Kopfball, setzte den Ball aber vorbei.

 

Mitte der ersten Halbzeit beruhigte sich das Spiel etwas: Die Luxemburger standen besser und Russland hatte den Druck ein bisschen verringert. Diese Zwischenpause von Russland dauerte aber nur bis zur 39. Minute, dann fiel das 2:0. Viktor Fayschulin schloss eine sehenswerte Offensivaktion der Sbornaja ab – Fayschulin hatte eine Hereingabe von Roman Schirokow volley aus fünf Metern verwertete.

 

In der 43. Minute setzte Dmitri Kombarow einen raffiniert angeschnittenen Freistoß aus 20 Meter nur ganz knapp über das luxemburgische Tor, dieses hätte bereits das 3:0 sein können. In der Verlängerung der ersten Halbzeit fiel dieses 3:0 dann aber doch noch: Ein weiteres Mal sah die Abwehr von Luxemburg nicht gut aus und Denis Gluschakow war nach einer schönen Ballstafette zur Stelle , um das 3:0 zu besorgen.

 

Das Halbzeit-Resultat ging auch in dieser Höhe voll in Ordnung. Luxemburg konnte zu keinem Zeitpunkt an seine Leistungen vom 3:2 Heimsieg gegen Nordirland in dieser WM-Qualifikationsgruppe am 10.09. anknüpfen. Die technisch versierten Russen zeigten vor allem der Abwehr von Luxemburg mehrmals die Grenzen auf.

 

Zweite Halbzeit

 

In der Halbzeitpause hatte Cheftrainer Fabio Capello auf russischer Seite ausgewechselt, für Alexander Kokorin lief Juri Schirkow zur zweiten Halbzeit auf – ein Abwehrspieler kam für einen Stürmer.

 

Zu Beginn der zweiten Halbzeit kontrollierte Russland mit der beruhigenden 3:0-Führung im Rücken das Spiel weitgehend. In der 53. Minute sorgten dann Tumulte in den Zuschauerrängen für Abwechslung:

 

Russische und Luxemburger Fans waren wohl aneinander geraten. Die Situation beruhigte sich aber wieder schnell.

 

Einer der Krawallmacher wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen. Zahlreiche Zuschauer, vor allem jene mit Kindern, hatten aber das Stadion verlassen.

 

Fußball wurde aber auch noch gespielt, wenn auch nicht mehr mit dem Zauberfußball der ersten Halbzeit von russischer Seite. Ein Weitschuss von Laterza zischte in 57. Minute knapp über den russischen Kasten hinweg – Luxemburg wollte das Dasein auf dem Spielfeld doch noch rechtfertigen.

 

In der 62. Minute lies Dmitri Kombarow die Luxemburger-Verteidiger wie Slalomstangen stehen, doch seine mustergültige Flanke konnte Kerschakow aus kurzer Distanz nicht im Tor unterbringen.

 

Der zur zweiten Halbzeit erst eingewechselte Schirkow musste in der 66. Minute wieder ausgewechselt werden, er hatte eine Zerrung. Für Schirkow kam Wladimir Bystrow.

 

4:0 für Russland in der 73. Minute: Jetzt erzielte der zuvor unglücklich agierende Stürmer Alexander Kerschakow von Tabellenführer Zenit St. Petersburg auch noch sein Tor, mit einem schönen Schlenzer.

 

In der 81. Minute die nächste Aufregung: Ein „Flitzer“ lief über den Platz und lieferte sich ein Wettlaufen mit den Sicherheitsleuten, die nur zaghaft zur Sache gingen. Allgemeine Erheiterung auf den Rängen dabei, doch dem Luxemburger Verband dürfte diese Aktion teuer zu stehen kommen, ist er doch verantwortlich für die Sicherheit im Stadion.

 

Das Spiel war bereits lange entschieden und so spielten auch in der Schlussphase beide Mannschaften: Russland wollte nicht mehr unbedingt und Luxemburg konnte nicht mehr zeigen.

 

In der 90. Minute fast noch der Ehrentreffer für Luxemburg, doch Torhüter Igor Akinfejew konnte einen Ball von Philipps auf der Torlinie festhalten.

 

Der Schlusspfiff von Schiedsrichter Studer aus der Schweiz, nach drei Minuten Nachspielzeit, war für beide Mannschaften eine Erlösung.

 

Eine ereignisreiche Partie -auf und neben dem Platz- war zu Ende. Luxemburg musste sich einem übermächtigen Gegner aus Russland mit 0:4 geschlagen geben.

 

Fast in Brasilien

 

Im letzten Gruppenspiel muss Russland am nächsten Dienstag in Aserbaidschan antreten. Dort reicht der Sbornaja bereits ein Unentschieden zur endgültigen Qualifikation für die Fußball-WM. Denn – Portugal kam heute nicht über ein 1:1-Unentschieden zu Hause gegen Israel hinaus. Damit hat Russland jetzt drei Punkte Vorsprung vor Portugal als zweitplatzierte Mannschaft in der Tabelle der Gruppe F und auch das viel bessere Torverhältnis.

 

Der Israeli Ben Basat schockte Portugal, den EM-Halbfinalisten um Stürmerstar Cristiano Ronaldo, in der 85. Minute mit dem Ausgleich, nachdem die Führung durch Ricardo Costa aus der 27. Minute lange Bestand hatte. Ronaldo scheiterte in der 90. Minute bei Portugals letzter Chance. Portugal spielt im letzten Quali-Spiel am Dienstag zu Hause gegen Luxemburg.

 

Russland

Akinfejew, Koslow, Kombarow (85. Schennikow), V. Beresutskij, Granat, Gluschakow, Fayschulin, Schirokow, Kerschakow, Samedow, Kokorin (45. Schirkow – 66. Bystrow)

Trainer: Fabio Capello

 

Luxemburg

Joubert, Laterza, Jans, Philipps, Jänisch, Gerson, Mutsch, da Mota (63. Bastos), Bensi, Turpel (31. Payal), Luisi (76. Martino)

Trainer: Luc Holtz

 

Schiedsrichter: Stephan Studer (Schweiz)

Zuschauer: 5.354

 

WM-Qualifikation Fußball – Gruppe F: Freitag, 11.Oktober

 

Luxemburg – Russland 0:4 (0:3)

0:1 Samedow (9.), 0:2 Faizulin (39.), 0:3 Gluschakow (45.+2), 0:4 Kerschakow (73.)

 

Aserbaidschan – Nordirland 2:0 (0:0)

1:0 Dadasow (58.), 2:0 Schukurow (90.+5)

Der frühere Bundestrainer Berti Vogts hat mit der Nationalmannschaft Aserbaidschans am neunten und vorletzten WM-Qualifikationsspieltag den ersten Sieg erzielt.

 

Portugal – Israel 1:1 (1:0)

1:0 Costa (27.), 1:1 Ben Basat (85)

 

Tabelle

 

1.Russland 9 Spiele 19:4 Tore 21 Punkte

2.Portugal 9 – 17:9 – 18

3.Israel 9 – 18:13 – 13

4.Aserbaidschan 9 – 6:10 – 8

5.Nordirland 9 – 8:16 – 6

6.Luxemburg 9 – 7:23 – 6