Fußball: Spartak Moskau muss unter Idioten leiden

Schlimme Szenen in Jaroslawl, die kein normaler Fußball-Fan sehen möchte.Schlimme Szenen in Jaroslawl, die kein normaler Fußball-Fan sehen möchte.
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Moskau. Der Premier-Liga-Verein Spartak Moskau muss nach katastrophalen Krawallen durch seine sogenannten „Fans“ beim Pokalspiel in Jaroslawl bei Schinnik zwei Heimspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit absolvieren. Der Fußballverband von Russland verurteilte Spartak außerdem zu einer Geldstrafe in Höhe von fast 14.000 Euro.

Beim Fußball-Pokalspiel in Jaroslawl war es am Mittwochabend zu extremen Ausschreitungen gekommen. In der zweiten Halbzeit prügelten sich angebliche „Fans“ aus beiden Lagern, rissen Stühle aus der Verankerung und warfen diese auf die anrückende Polizei. Auch bengalische Feuer und Knallkörper wurden gezündet und eine große Hakenkreuzfahne gezeigt. Die heranrückende Polizei setzte Wasserwerder ein und nahm 78 Bekloppte fest. Das Spiel konnte erst nach einer rund 20 minütigen Unterbrechung fortgesetzt werden.

 

Leider gibt es immer wieder rassistische Vorfälle in russischen Fußballstadien, dazu gehören zum Beispiel auch Bananenwürfe. Nazi-Symbole sind in vielen Fankurven allgegenwärtig. Anhänger von Spartak Moskau veranstalteten beispielsweise eine Choreografie zu Ehren von Adolf Hitler und immer wieder finden sich Transparente mit Aufschriften „Spartak ist nur für Weiße“ oder „Affen haut ab“ in den Blöcken.

 

Als im Dezember 2010 ein Fan von Spartak Moskau nach einem Streit um ein Taxi angeblich von einem Kaukasier getötet wurde, kam es zu schweren Ausschreitungen in der Innenstadt Moskaus. Hooligans des Vereins machten Jagd auf alle, die nicht „slawisch“ aussahen. Mehrere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

 

„Der Fußballverband hat offenbar keine Ahnung, wie ernst das Problem ist“, sagte Spartak Sprecher Leonid Trachtenberg dem Magazin „Wsgljad“ bereits im Frühjahr 2012.