Fußball: Russland dank Fabio Capello

Fußball: Russland dank Fabio Capello.Fußball: Russland dank Fabio Capello.

Moskau. Nach Russlands Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschafts-Endrunde 2014 in Brasilien und der Vertragsverlängerung von Fabio Capello mit dem Fußballverband Russlands liegt das Riesenreich einem Italiener zu Füßen. Der Chefcoach der Sbornaja, Fabio Capello, hatte gestern seinen bis zum Sommer 2014 gültigen Vertrag sogar bis nach der WM-Endrunde 2018 in Russland verlängert.

Sportminister Witali Mutko und Verbandspräsident Nikolai Tolstych sind voll des Lobes für den 67-jährigen Italiener und dieses auch mit vollem Recht.

Dem früheren Nationalcoach Englands ist es gelungen, aus einer Ansammlung individuell hervorragender Spieler auch wieder ein Team zu formen. Vor allem in der Offensive hat Capello so viel Auswahl, dass er es sich leisten kann, auf Artjom Dsjuba vom FK Rostow zu verzichten, der zurzeit die Torjägerliste der Premier Liga anführt.

Gesetzt ist Torjäger Alexander Kerschakow von Zenit St. Petersburg. Große Hoffnungen ruhen auch auf Jungstar Alexander Kokorin, der bei Dynamo Moskau an der Seite vom ehemaligen deutschen Nationalspieler Kevin Kuranyi stürmt. Schließlich soll in Brasilien auch Alan Dsagojew von Meister ZSKA Moskau wieder zaubern, der zuletzt verletzt gefehlt hatte. Bei der russischen EM-Pleite 2012, als die Sbornaja in der Vorrunde scheiterte, hatte Dsagojew als einziger überzeugt.

Zufrieden kann Capello auch mit seinem zentralen Mittelfeld sein, wo selbst der bisherige Kapitän Igor Denissow nicht mehr gesetzt ist. Igor Schirokow und Viktor Fajsulin (beide von Zenit) sowie vor allem Denis Gluschakow von Spartak Moskau bilden einen starken Riegel.

Capellos Sorgenkind aber bleibt die Innenverteidigung vor dem gesetzten Torwart Igor Akinfejew. Viele Alternativen zu dessen ZSKA-Mannschaftskollegen Wassili und Alexej Beresuzki sowie Sergej Ignaschewitsch hat der Trainer nicht. Talente sind im Moment wenig in Sicht, häufig fallen Gegentore kurz vor Spielende. Nur Linksverteidiger Dmitri Kombarow von Spartak Moskau gilt hier als Hoffnungsträger.

Doch die Euphorie ist groß. Erstmals seit 2002 ist Russland wieder bei der WM-Endrunde dabei. Damals allerdings, in Japan und Südkorea, kam das Aus bereits in der Vorrunde. In Brasilien soll wieder an alte Erfolge angeknüpft werden, wie 1966.

WM-Teilnahmen: 9 (1958, 1962, 1966, 1970, 1982, 1986 und 1990 als Sowjetunion sowie 1994 und 2002 als Russland)

Größter Erfolg: 4. Platz 1966 (als Sowjetunion)

Trainer: Fabio Capello

Stars: Igor Akinfejew, Alan Dsagojew, Alexander Kokorin, Alexander Kerschakow