Fußball: Premier Liga verabschiedet sich in die Winterpause

Die Premier Liga verabschiedet sich in die Winterpause.Die Premier Liga verabschiedet sich in die Winterpause.
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Moskau. Gestern fanden die letzten Spiele in diesem Jahr um die russische Fußball-Meisterschaft statt, die Teams haben sich jetzt in einem dreimonatigen Winterurlaub verabschiedet – erst im Frühjahr ab dem 8. März 2014 geht die Saison weiter. Der Auftakt, im Frühling, zu den letzten Spielen um die russische Fußballmeisterschaft verspricht einen heißen Tanz, sowohl im Meisterschafts- als auch im Abstiegskampf.

Drei Mannschaften liegen jetzt an der Spitze, nur einen Punkt voneinander getrennt – dieses verspricht bereits jetzt viel Spannung für die letzten elf Spieltage. Mit dem Umzug von einer „Ganzjahres-Fußballmeisterschaft“ in ein System von „Herbst – Frühling“ erinnert die Meisterschaft jetzt an ein Verfolgungs-Skirennen. Nachdem die erste Phase jetzt absolviert ist, kommt in der zweiten Phase ab dem Frühjahr ein Neuanfang in der Reihenfolge der jetzigen Tabelle.

 

Zenit St. Petersburg und Lokomotive Moskau werden dann die letzten Meisterschaftsspiele, nach der Schneeschmelze, im Tandem beginnen. Dicht gefolgt, mit nur einem Punkt Rückstand, von Spartak Moskau.

 

Der momentane leichte „Vorteil“ von Zenit ist trügerisch, da der Verein von der Newa noch bei beiden Verfolgern in Moskau antreten muss.

 

Titelverteidiger ZSKA Moskau hat nach einem sehr bescheidenen Beginn der Titelverteidigung, dem schlechten Saisonauftakt, sich auch wieder gefangen und liegt sechs Punkte hinter dem Führungsduo, welches noch alle Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung offen lässt.

 

Dynamo in Lauerstellung

 

Dynamo Moskau, mit dem deutschen Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi , mischt an der Tabellenspitze auch fleißig mit und liegt mit einem Rückstand von nur fünf Punkten auf Kurs: Einzug in die Champions-League-Qualifikation, wenn nicht vielleicht sogar noch mehr.

 

Kuranyi hatte gestern Dynamo mit einem Doppelpack zum Sieg geführt. Der 31-Jährige erzielte im Heimspiel des elfmaligen Meisters gegen Amkar Perm beide Tore zum 2:0 (0:0). Der Ex-Schalker traf in der 57. sowie in der 77. Minute per Elfmeter.

 

Fünf Punkte Vorsprung mögen sich ja viel anhören, es sei aber daran erinnert, dass Zenit nach dem 14. Spieltag auch fünf Punkte Vorsprung hatte, und heute? Punktgleich mit Lok. An der Spitze und im Gerangel um die Champions-League-Qualifikation bzw. die Europa-League-Plätze wird es jedenfalls noch sehr spannend.

 

Die Überraschung – Amkar

 

Die große positive Überraschung in dieser Saison ist bisher Amkar Perm. In der letzten Saison gerade noch den Relegationsspielen um den Klassenerhalt entwischt, durch ein 0:0-Unentschieden am letzten Spieltag gegen Zenit, liegt das Team jetzt auf Platz sieben mit stolzen 30 Punkten (in der letzten Saison nach 30 Spielen nur 29 Punkte) und bereits acht Siegen.

 

Anschi kann planen – für den Abstieg

 

Die große Enttäuschung ist momentan Anschi Machatschkala. Kein Sieg bisher in der laufenden Meisterschaft und mit nur acht Punkten der absolute Tabellenletzte. Da kann man nur resultieren, dass der massive Umbruch der Vereinsführung voll in die Hose gegangen ist. Wie will der Verein noch die Kurve bekommen? Realistisch wäre – bereits für die Zweite-Liga planen. Der ehrgeizige Europa-League-Teilnehmer Anschi hat wirklich alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann.

 

Nach jahrelangen Stareinkäufen für Hunderte Millionen Euro des milliardenschweren Präsidenten Sulejman Kerimow wolle Anschi verstärkt auf Jugendspieler setzen. Aufsichtsratschef Konstantin Remtschukow schrieb bei Twitter, viele teure Spieler würden den Verein verlassen und das Budget um 50 bis 70 Millionen US-Dollar entlastet. Als Grund für den Kursschwenk wurden finanzielle Probleme Kerimows vermutet. Die Aktien des Kaliherstellers Uralkali, bei dem Kerimow Hauptanteilseigner ist, waren um bis zu einem Viertel eingebrochen. Remtschukow hingegen behauptete, die schwachen Spiele des Clubs hätten die Gesundheit des 46-Jährigen angegriffen.

 

Egal wie auch – das Konzept ging überhaupt nicht auf und jetzt steht der Verein vor dem direkten Abstieg aus der Premier Liga.

 

Der Auftakt, im Frühling, zu den letzten Spielen um die russische Fußballmeisterschaft verspricht einen heißen Tanz, sowohl im Meisterschafts- als auch im Abstiegskampf. Alle Fußball-Fans können sich noch auf sehr spannende Spiele freuen – bisher ist an die Spitze noch nichts entschieden. Für den Abstiegskampf trifft dieses auch zu, bis auf Anschi.