Fußball aktuell: Petersburg trägt EM 2020 aus und russische Vereine in Europacups mit durchwachsener Leistung

St. Petersburg wird 2020 drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale der Europameisterschaft austragen. In Champions League und Europa-Liga ist der erste Spieltag in der Gruppenphase über die Bühne gegangen. Während Zenit sich in der „Königsklasse“ souverän einen 2:0-Sieg bei Benfica abholte, handelte sich ZSKA eine herbe 1:5-Klatsche bei Roma ein. Dynamo überzeugte mit 2:1 bei Panathinaikos, Krasnodar sah beim 1:1 in Lille besser aus als sein Gegner.

In der Nacht auf Mittwoch war Russlands Fußballhimmel wolkenlos, nachdem Zenit, das sich traditionell an portugiesischen Klubs die Zähne auszubeißen weiß, in Lissabon einen souveränen Sieg bei Benfica eingefahren hatte. So sicher waren die Petersburger noch nie in eine CL-Saison gestartet – bisher war jedes erste Gruppenspiel eine Niederlage gewesen.

24 Stunden später hing der russische Fußball-Haussegen wieder schief, und das ganz mächtig: ZSKA Moskau hatte sich in der italienischen Hauptstadt willen- und hilflos von Roma abservieren lassen. Cheftrainer Leonid Sluzki nahm nach der bitteren, wenn auch verdienten Niederlage kein Blatt vor den Mund und gab sich vor allem selbst die Schuld an dem Debakel – er habe „die Spieler nicht motivieren können“, gab er zu.

Die russische Sportpresse definierte ZSKA im Handumdrehen als „Anti-Zenit“ und nutzte die Gelegenheit voll aus, einmal mehr auf der ewigen Konkurrenz zwischen „erster und zweiter“ Hauptstadt herumzureiten. Meist geht aus solchen Vergleichen ja Moskau als Sieger hervor, dieses Mal lief es andersherum.

Der Europaliga-Donnerstag machte dem extremen Wechselbad der Gefühle aus russischer Sicht ein Ende. Dynamo zeigte in Athen eine erfrischende Leistung und erfreute durch Realitätssinn und Chancenverwertung. Krasnodar hätte im Grunde auch mehr als ein Unentschieden aus Frankreich mitnehmen können, kann aber auch so zufrieden mit sich sein.

Und der Freitag brachte eine weitere erfreuliche Nachricht: Die UEFA hat St. Petersburg bei der EM 2020 drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale übertragen, wobei die russische Kandidatur die dritthöchste Stimmenzahl überhaupt bekam. Sollte sich die russische Nationalmannschaft für das Turnier qualifizieren, wird sie zwei der drei Gruppenspiele vor heimischer Kulisse austragen.

[sb/russland.RU]