Fracken auf Russisch

Foto: skeeze CC0 Creative Commons via Pixabay
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[von Bernd Schröder] Wissenschaftler stellen thermochemisches Verfahren zur Optimierung der Erdölförderung vor. Die Nachrichtenagentur RIA Novosti berichtete im August 2017 unter Berufung auf die Pressestelle der Universität Tjumen, dass russische Wissenschaftler und örtliche Ölunternehmen eine Technologie für ein thermochemisches Gas-Fracking-Verfahren entwickelt haben, das eine Alternative zur hydraulischen Frakturierung sein und die Ergiebigkeit der Ölproduktion um das Doppelte erhöhen könnte. In günstigen Fällen sei eine Steigerung der Förderung um das Sechsfache und mehr möglich. Die neue Technologie wird im ölreichen Westsibirien getestet.

Bei der hydraulischen Frakturierung oder kurz Fracking werden Gesteinsschichten im Untergrund mit Hochdruck-Injektionen von Flüssigkeiten aufgebrochen. Durch die resultierende Rissbildung im Lagerstättengestein wird dessen Durchlässigkeit für Kohlenwasserstoffe erhöht, die sich nun leichter zur Bohrung bewegen können.

Die neu vorgestellte russische Technologie macht sich hingegen im Speichergestein ausgelöste chemische Reaktionen zunutze. Die voneinander getrennten Komponenten eines Chemikaliengemischs werden in Lösung vorliegend eingeleitet und an den höffigen Stellen des geologischen Horizonts zusammengeführt, wo sie reagieren. Die dabei gebildete Wärme wird an die unmittelbare Umgebung abgegeben, das entstehende Gas lässt den Druck ansteigen. Die Viskosität des so erwärmten Erdöls sinkt, es wird beweglicher. Die durch die Druckerhöhung gebildeten Risse erhöhen die Durchlässigkeit des Untergrundgesteins.

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