FIFA und UEFA sehen keine Gefährdung für die Turniere in Russland

Foto: Comfreak CC0 Public Domain via Pixabay
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Aufgeschreckt durch den Terroranschlag in St. Petersburg wurden erneut Fragen über die Sicherheit bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland sowie dem diesjährigen ConFed-Cup aufgeworfen. Offenbar sieht man bei den Verantwortlichen keinen Anlass am bisherigen Sicherheitskonzept zu zweifeln.

Am Tag vor dem UEFA-Kongress in Helsinki wurde natürlich auch das Sprengstoffattentat am gestrigen Montag in der Metro von St. Petersburg unter den Funktionären thematisiert. „Das ist eine Realität überall in Europa. Man kann so eine fürchterliche Attacke nicht verhindern. Es kann überall passieren, in Brüssel, in Paris. Wie kann man es verhindern? Man kann alles tun, aber es gibt keine Garantie“, wird Frantisek Laurinec, das slowakische Mitglied im UEFA-Exekutivkomitee, von der Nachrichtenagentur ‚dpa‘ zitiert. David Gill und Michel D’ Hooghe, beide Mitglieder des FIFA-Councils, hätten sich jedoch nicht dazu äußern wollen, heißt es.

Nach der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich, der ‚EURO 2016‘, wurde den französischen Behörden noch vorgeworfen, sie hätten sich wegen des Attentats in Paris im Jahr zuvor, zu sehr auf die Terrorabwehr konzentriert, anstatt auf randalierende Fans zu achten. Nun wird der Fußball, vor allem bei den russischen Sicherheitskräften, mit einer neuen Lage konfrontiert. Bis zum ConFederations-Cup, der Generalprobe für das eigentliche WM-Turnier 2018 wenn man so will, sind es gerade noch zwei Monate. Während der beiden Turniere werden sicherlich die U-Bahnen in St. Petersburg und Moskau, dort ereignete sich ein ebenso schrecklicher Anschlag im Jahr 2010, das meistgenutzte Beförderungsmittel sein.

Ein Sprecher des Weltverbandes äußerte sich gegenüber der ‚Deutschen Presse-Agentur‘: „Im Hinblick auf die Vorbereitungen für den FIFA-Konföderationen-Pokal und die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft begannen die örtlichen Behörden ab dem Zeitpunkt der Wahl des Gastlandes eine detaillierte Sicherheitsplanung.“ Im neu gebauten St. Petersburger Krestowski-Stadion werden das Eröffnungsspiel und das Finale des Confed-Cups stattfinden. Weiter hieß es bei der FIFA: „Die FIFA und das lokale Organisationskomitee haben das volle Vertrauen in die Arrangements und das für diese kommenden Veranstaltungen geplante umfassende Sicherheitskonzept .“ Eine für heute angekündigte Stellungnahme des russischen Organisationskomitee steht zur Stunde noch aus.

In der jüngeren Vergangenheit wurde eine mögliche terroristische Bedrohung nicht weiter diskutiert. Vielmehr richtete sich das Hauptaugenmerk auf den Hooliganismus und die von den Fans ausgehende Gewalt. Kürzlich sagte der DFB-Präsident Reinhard Grindel nach einem WM-Qualifikationsspiel in Aserbaidschan, dass man auch in geeigneter Weise mit dem russischen Organisationskomitee sprechen werde, „welche Erwartungen wir haben, was den Umgang mit unseren Fans angeht.“ Von Terrorismus und den möglichen Folgen war da keine Rede.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.