Eurasien wächst zusammen

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Der Westen, jahrhundertelang an Weltherrschaft gewöhnt, geht selbstverständlich und wie ein greiser Patriarch davon aus, unersetzlich zu sein. Das zeigt sich auch an der Reaktion auf den russischen Ehrgeiz, das Entstehen eigenständiger eurasischer Strukturen voranzutreiben.

Auf den ersten Blick sind die Ergebnisse des 2014 mit viel Aplomb propagierten „Schwenks nach Asien“ bisher nicht beeindruckend. Das Paradeprojekt, die russisch-chinesische Gaspipeline „Kraft Sibiriens“, schleppt sich dahin. Der bilaterale Handel beider Länder ist 2015 um fast 30 Prozent eingebrochen. Die vor zwei Jahren angekündigte Welle großformatiger Energie-, Infrastruktur- und Investitionsprojekte bleibt bislang aus.

Was sind schon zwei Jahre?

Doch was sind zwei Jahre? Wer sich dazu hinreißen lässt, die russisch-chinesische Entente zu missachten, verkennt eine der zentralen geopolitischen Entwicklungen der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts. Die Zahlen mögen enttäuschen – aber sie täuschen auch. Die Größenordnungen verschieben sich durchaus. So resultiert das gesunkene russisch-chinesische Handelsvolumen vor allem aus dem Ölpreis. In Tonnen gelieferten Rohöls sieht die Sache ganz anders aus. Erstmals in der Geschichte war Russland 2015, alternierend mit Saudi-Arabien, der größte bzw. zweitgrößte Erdöllieferant der Chinesen.

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