ESA beendet Zusammenarbeit mit Roscosmos beim ExoMars-ProgrammISS bild © roskosmos

ESA beendet Zusammenarbeit mit Roscosmos beim ExoMars-Programm

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) setzt die Zusammenarbeit mit Roscosmos beim Exomars-Projekt aus, wie der Generaldirektor der Agentur, Josef Aschbacher, mitteilte. Die Entscheidung wurde nach einer Sitzung des Verwaltungsrats der Agentur getroffen. „Roscosmos hat noch keine offizielle Mitteilung über die Beendigung der Zusammenarbeit erhalten. Der Generaldirektor des Staatskonzerns, Dmitri Rogosin, sagte, er werde die russische ISS-Besatzung anweisen, nicht mehr mit dem europäischen ERA-Manipulator zu arbeiten.

„Der ESA-Vorstand hat heute über den Rover und die Landeplattform Exomars diskutiert und dabei festgestellt, dass die Umstände, die zur Aussetzung der Zusammenarbeit mit Roscosmos geführt haben – der Konflikt in der Ukraine und die daraus resultierenden Sanktionen – weiterhin bestehen“, schrieb Aschbacher auf Twitter. Er wies darauf hin, dass der Rat ihn angewiesen habe, die ausgesetzte Zusammenarbeit bei der ExoMars-Plattform formell zu beenden. Neue Ideen für das weitere Vorgehen mit den anderen Partnern sollen bei einem Mediengespräch am 20. Juli vorgestellt werden, fügte Herr Aschbacher hinzu.

Roscosmos teilte TASS mit, dass es keine offizielle Mitteilung über die Aussetzung der Zusammenarbeit bei dem Projekt erhalten habe. Roscosmos-Chef Dmitri Rogosin sagte, er werde die russische ISS-Besatzung anweisen, nicht mehr mit dem europäischen Manipulator ERA zu arbeiten. Er fügte hinzu, dass Russland alle Anstrengungen unternehmen werde, um den Rover der ExoMars-Mission von Italien zurückzubringen. „Der Kosak wird in sein Heimatdorf zurückkehren“, schrieb der Leiter des staatlichen Unternehmens in seinem Telegram-Kanal .

ExoMars ist ein gemeinsames Programm von ESA und Roscosmos zur Erforschung des Mars. Das erste Raumfahrzeug im Rahmen des Programms wurde 2016 mit einer Proton-M-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Baikonur gestartet.

Im April 2021 kündigte Russland Pläne zum Bau einer nationalen Raumstation an und hat die Partner der Internationalen Raumstation (ISS) gewarnt, dass sie sich ab 2025 aus dem Projekt zurückziehen werden.

[hrsg/russland.NEWS]

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