Erdogans Ölspur – hat er oder hat er nicht?

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Der türkische Präsident beharrt darauf, er tut das nicht. Die anderen sagen, er täte es doch. Es geht um Öl. An sich schon ein schmieriges Geschäft, bekommt es derzeit wieder neuen Glanz. Ein Ölwechsel stand ins Haus, sozusagen.

Erdogan reagiert momentan ausgesprochen scharf auf die Vorwürfe die ihm, gerade aus Moskau, entgegen gebracht werden. „Es ist gegen jede Moral, von so etwas zu sprechen“, wird er zitiert. Er meint damit das Öl. Das Öl, welches aus mindestens zehn Förderstätten stammt, die unter der Kontrolle des IS (Pardon, seit neuestem sagt man korrekterweise Daesch) stammt. Die familiären Verstrickungen zum Hause Erdogan verdichten sich dabei zusehends.

Geschäfte derlei Natur seien von vornherein ausgeschlossen. Schließlich handle es sich doch um Terroristen, so heißt es aus Ankara. Russland hingegen hat die bisweilen über 100 Kilometer langen Tanklastzug-Konvois wohl schon seit Wochen unter Beschuss. Aufnahmen hätten zweifellos belegt, dass sich die Kolonnen nach Norden, also in Richtung Türkei, bewegt haben. Kurioserweise gesellte sich unmittelbar nach den Pariser Anschlägen auch noch die US Air-Force zu dem munteren Stelldichein hinzu.

Der russische und der türkische Präsident reden gerade nicht miteinander. Wir bleiben dagegen mit der Frage zurück, wird das Heizöl teurer, billiger oder stehen wir kurz vor einem Desaster?

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.