EM 2020: St. Petersburg will Eröffnungsspiel

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Noch hat die WM 2018 nicht begonnen, denkt man in St. Petersburg bereits an die Fußball-Europameisterschaft 2020. Ginge es nach den Wünschen Russlands, soll an der Newa das Eröffnungsspiel zur EM austragen werden. Der entsprechende Antrag sei bereits bei der UEFA eingereicht worden.

So gesehen hätte sich der umstrittene Bau des neuen Krestowski-Stadions in St. Petersburg bereits bezahlt gemacht. Nach dem diesjährigen Konföderationen-Cup folgt im nächsten Jahr die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland, bei der die Fünfmillionen-Metropole als Spielort für sechs Partien vorgesehen ist. Zwei Jahre darauf wird die Europameisterschaft erstmalig länderübergreifend in ganz Europa ausgespielt. Anlass für diesen ungewöhnlichen Modus ist das 60-jährige Bestehen des Wettbewerbs.

24 Mannschaften werden vom 12. Juni bis zum 12. Juli in dreizehn Städten – Dublin, Glasgow, London, Amsterdam, Brüssel, Kopenhagen, München, Budapest, Bilbao, Rom, Bukarest, Baku und St. Petersburg – um den Titel des Europameisters 2020 antreten. Für das Endspiel ist bereits das Londoner Wembley-Stadion vorgesehen. Nun hat sich St. Petersburg um das noch zur Disposition stehende Eröffnungsspiel beworben. Drei Spiele der Gruppenphase sowie eines für das Viertelfinale finden ohnehin in der zweitgrößten Stadt Russlands statt.

Schon im Januar dieses Jahres wurde im Rahmen einer feierlichen Zeremonie das Logo der Stadt als Gastgeber vorgestellt. Es zeigt die geöffnete Schlossbrücke als Wahrzeichen St. Petersburgs. Witaly Mutko, der stellvertretende Ministerpräsident und Präsident des russischen Fußballverbandes RFS, bestätigte die Bewerbung Russlands für das Eröffnungsspiel. „Wir haben einen Antrag eingereicht und uns angeboten“. „Wir sind bereit, alle Bedingungen zu schaffen. Die Fans von St. Petersburg verdienen es. Das Stadion ist fantastisch.“

Dass die, nach den Plänen des japanischen Stararchitekten Kisho Kurokawa neu gebaute Arena auf der Krestowski-Insel im Newadelta den Unmut der Fans des örtlichen Vereins Zenit St. Petersburg auf sich zog, dessen sei er sich bewusst, wie Mutko sagte. Davon abgesehen, dass das Stadion wegen zweifelhafter Arbeitsbedingungen nordkoreanischer Arbeiter in die Kritik geriet, war es vor allem der Energieriese Gazprom als Geldgeber, der für die Anhänger zum Ärgernis wurde. Zudem wies der Neubau nach der Fertigstellung noch erhebliche Mängel auf.

[mb/russland.NEWS]