Eklat beim Gastspiel in Petersburg: „Kosaken“ gegen „Tod in Venedig“

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Aus Protest gegen die Vorführung der Schaubühne-Produktion „Tod in Venedig / Kindertotenlieder“ des Regisseurs Thomas Ostermeier haben Unbekannte in der Nacht zum Donnerstag das Gebäude des St. Petersburger Maly Dramatitscheski-Theaters mit Schimpfwörtern beschmiert.

Die Hass-Worte waren an den künstlerischen Leiter des Hauses, Lew Dodin, gerichtet. Darüber hinaus richteten drei Personen, die sich als „Petersburger Kosaken“ bezeichnen, einen Brief an das Nachrichtenportal Fontanka.ru, in dem die Aktion begründet wird.

Die Verfasser des Briefs bezeichnen das von Dodin organisierte „Winterfestival“ als ein „satanisches Fest“ und äußern ihre Empörung darüber, dass der Regisseur eine Produktion auf das Programm setzen ließ, das gegen das Verbot der „Homo-Propaganda“ verstoße. Wie es im Brief weiter heißt, haben die Verfasser das Theater aufgesucht und ihre Meinung über die Vorführung an den Wänden am Theatereingang hinterlassen. Darüber hinaus ließen sie dort einen Schweinskopf mit der Aufschrift „Dodin“ zurück. Auf Fontanka.ru wird die Vermutung geäußert, dass die Produktion der Berliner Schaubühne, die an dem Abend gespielt wurde, die Empörung der „Kosaken“ ausgelöst hatte.

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