Eiskunstlauf-WM: Überfliegerin Medwedjewa rettet russische Bilanz

Jewgenia Medwedjewa, alte und neue Weltmeisterin im Eiskunstlauf aus Moskau Foto: Michail Scharow, russland.NEWS
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[Roland Bathon / Michail Scharow] Mit der Verteidigung ihres Weltmeisterinnentitels setzte die Moskauerin Jewgenia Medwedjewa aus russischer Sicht den Glanzpunkt bei der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft in Helsinki, die gestern zu Ende ging. Einen weiteren Erfolg gab es bei den Sportpaaren – ansonsten lief es für die sonst erfolgsverwöhnte russische Mannschaft nicht ganz nach Plan.

Sportpaar-Bronze für Tarassowa-Morosow aus Moskau

Bronze errang das Sportpaar Tarassowa-Morosow aus Moskau, das sich nur den Chinesen Wenjing-Cong und den Deutschen Massot-Savchenko geschlagen gegeben mussten – sowohl im Kurzprogramm als auch in der Kür. Bei den Herren und im Eistanz liefen die russischen Teilnehmer der Weltspitze hinterher – Michail Koljada aus Sankt Petersburg wurde bei den Männern als bester Russe achter, das Moskauer Tanzpaar Bobrowa-Solowjow fünfter. Die besten Eiskunstlauf-Herren kommen momentan aus Fernost: Die Japaner Hanyu und Uno belegten die beiden ersten Plätze vor dem Chinesen Boyang, danach folgte der etwas glücklose Europameister und Titelverteidiger Javier Fernandez auf Rang vier, dessen Kür nicht an das exzellente Kurzprogramm anschließen konnte.

Medwedjewa mit Weltrekord-Wertung

Nicht zu schlagen scheint jedoch die Moskauerin Jewgenia Medwedjewa zu sein – sie gewann nicht nur das Gesamtklassement sondern auch die Einzelwertungen in Kurzprogramm und Kür, jeweils vor den Kanadierinnen Ossmond und Daleman. Medwedjewas dabei erzielte 233,41 Wertungspunkte sind dabei gleich noch ein Weltrekord. Ob Anmut, Vielfalt oder Sprungkraft – so etwas wie Schwächen gibt es bei der Moskauerin nicht und wenn alles gut läuft kann sie auch im nächsten Jahr als Favoritin für das Siegertreppchen gelten.

Michal Scharow (russland.NEWS) und die Eiskunstläufeirn Maria Sozkowa

Die beiden Kanadierinnen hinter ihr waren die Überraschung des Wettkamps, für sie waren es die ersten WM-Medaillen überhaupt. Als Aspirantinnen für ihr Edelmetall galten im Vorfeld der WM auch die beiden weiteren Moskauerinnen Anna Pogorilaja und Maria Sozkowa. Nach dem Kurzprogramm noch knapp hinter der Spitze auf den Rängen 4 und 6 verpatzten jedoch beide ihre Kür und fielen beim Endstand auf 8 (Sozkowa) und 13 (Pogorilaja) zurück. Im starken Feld der russischen Damen werden sie zu kämpfen haben, sich auch im nächsten Jahr für die Startplätze zu internationalen Meisterschaften zu qualifizieren, denn mit ihnen kann die starke Konkurrenz aus Moskau und Sankt Petersburg – im Gegensatz zum Überflieger Medwedjewa – noch mithalten, etwa die letztjährige Vize-Europameisterin Elena Radionowa, die in diesem Jahr keine starke Saison hatte.

Weitere Ergebnisse russischer und deutschsprachiger Teilnehmer

Als weitere russische Teilnehmer landete das Sportpaar Stolbowa-Klimow auf Rang fünf, die Moskauer Eistänzer Stepanowa-Bukin auf Rang zehn. Der zweite russische Teilnehmer bei den Herren Maxim Kowtun wurde elfter. Aus dem deutschsprachigen Raum wurde bei den Herren der Deutsche Paul Fentz zwanzigster und der Schweizer Stepane Walker achtundzwanzigster, die Deutsche Nicole Schott wurde bei den Damen neunzehnte, die Österreicherin Kerstin Frank einunddreißigste. Bei den Paarwettbewerben waren die mitteleuropäischen Teilnehmer bis auf das Star-Paar Massot-Savchenko auf folgenden Plätzen zu finden: Haase-Segert (Sportpaare, Deutschland, Rang 19), Chtchetinina/Scherer (Sportpaare, Schweiz, Rang 28), Lorenz/Polizoakis (Eistanz, Deutschland, Rang 19).

Titelfoto

Jewgenia Medwedjewa, alte und neue Weltmeisterin im Eiskunstlauf aus Moskau Foto: Michail Scharow, russland.NEWS