Einkaufszentrum in Riga eingestürzt – viele Tote und Verschüttete

Einkaufszentrum in Riga eingestürzt - viele Tote und Verschüttete. Foto: TVEinkaufszentrum in Riga eingestürzt - viele Tote und Verschüttete. Foto: TV
image_pdfimage_print

(Aktualisiert am 24.11. um 09:00 Uhr MEZ) Moskau. Am späten Donnerstagnachmittag ist in der lettischen Hauptstadt Riga das Dach eines erst zwei Jahre alten Einkaufszentrums eingestürzt. Nach offiziellen Angaben ist die Zahl der Toten bisher auf 54 gestiegen. Unter den Toten sollen auch drei Feuerwehrmänner sein, die dort geholfen hatten. Über 40 Menschen konnten bisher verletzt gerettet werden. Ein Polizeisprecher sagte, zwei der bisher geborgenen Toten seien noch nicht identifiziert. Mindestens zehn Menschen werden noch vermisst.

In Lettland hat deshalb am Samstag eine dreitägige Staatstrauer begonnen. Wegen der Staatstrauer sind von Samstag bis einschließlich Montag viele Konzerte und Kulturveranstaltungen in Lettland abgesagt worden. Alle Spiele der Eishockeyliga fallen während der Staatstrauer in dem baltischen Land ebenso aus wie die Verleihung des Theaterpreises.

Die Bergungsarbeiten an der Unglücksstelle in der lettischen Hauptstadt mussten am Samstagabend aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden. Zuvor war ein weiteres Teil des Daches des Einkaufszentrums Maxima eingestürzt. Verletzt wurde niemand. „Um die Rettungsarbeiten fortsetzen zu können, müssen wir die Sicherheit der Helfer gewährleisten können“, sagte der Leiter des lettischen Rettungsdienstes auf einer im lettischen Fernsehen übertragenen Pressekonferenz.

Nach Angaben des örtlichen Rettungsdienstes soll zuerst eine Wand und dann das Dach eingestürzt sein. Später, als die Rettungskräfte die Trümmer aufräumen wollten, sei eine zweite Wand eingestürzt. Die eingestürzte Fläche beträgt rund 500 Quadratmeter. Unter den Trümmern befinden sich noch etliche weitere Opfer.

Verzweifelte Angehörige berichteten im lettischen Fernsehen, sie hätten vergeblich versucht, per Handy ihre Lieben zu erreichen.

Das Gebäude stürzte „wie ein Kartenhaus“ ein, sagte der stellvertretende Rigaer Bürgermeister Andris Ameriks. Die Unfallursache ist noch unklar. In Medienberichten war von einer Explosion die Rede, später wurden Bauarbeiten am Dach als Auslöser des Unglücks vermutet.

Das Einkaufszentrum war erst vor zwei Jahren fertiggestellt worden. Der Bau wurde 2011 als eines der drei besten architektonischen Werke Lettlands ausgezeichnet. Rigas Bürgermeister Nils Usakovs wies die Behörden an, alle im Bau befindlichen Projekte des verantwortlichen Unternehmens zu überprüfen.

Die Polizei sprach von drei möglichen Unfallursachen: Fehler in der Konstruktion, Pfusch am Bau oder die derzeitige zweite Ausbauphase. Bis Donnerstag waren Arbeiter damit beschäftigt, auf dem Dach des Gebäudes einen Wintergarten und einen Spielplatz zu errichten. Die Gefahr soll sich bereits am Donnerstagnachmittag abgezeichnet haben, als Kunden gebeten worden seien, das Gebäude zu verlassen. Wenig später wurde das Einkaufszentrum wieder geöffnet.

Der Kreml-Pressedienst berichtete, dass der russische Präsident Wladimir Putin den Präsidenten von Lettland, Andris Berzins, in Zusammenhang mit dem verheerenden Unglück in Riga ein Beileidstelegramm gesendet habe. Der russische Präsident übermittelte sein Beileid und die Unterstützung für Familienangehörige und Freunde der Opfer und die Wünsche für eine baldige Genesung der Verletzten.