Ehemaliger US-Botschafter in Russland will Kontakte zu russischen Freunden nicht verlieren

McFaul, Michael

Der russische Botschafter hatte anlässlich seines Besuches in San Francisco laut RIA Novosti bei einer Veranstaltung mit Studenten in Stanford, deren Moderator der ehemaligen US-Botschafter in Russland, McFaul, war, gefordert, dass die Vereinigten Staaten und Russland ihre Kontakte über Sonderdienste, Verteidigungsministerien und Parlamente wieder aufnehmen sollten.

McFaul antwortete der Nachrichtenagentur auf die Frage, ob er die US-Kongressabgeordneten ermutigen würde, Kontakte mit russischen Parlamentariern wieder aufzunehmen:
„Ja, ich glaube, dass die Menschen sich treffen müssen, ich unterstütze jegliche Kontakte, ich werde mit meinen Freunden in der Politik sprechen“.

Auf die Konfiszierung russischen Eigentums in den USA angesprochen meinte er:
„Ich bin kein Anwalt, also weiß ich nicht, was richtig und was falsch ist. Ich denke, wenn wir diese Liegenschaften beschlagnahmen, dann sollten wir zumindest erklären, warum“.

Er erklärte weiter „Ich habe viele Freunde in Russland, ich habe mehrere Jahre in Russland gelebt, Sie wissen, dass ich auf der Sanktionsliste bin, ich habe das mit Antonow besprochen, denn ich möchte wieder nach Russland kommen“, und fügte hinzu: „mit Ungeduld“ warte er auf die Gelegenheit „Russland in naher Zukunft zu besuchen.“

Zu den darauf folgenden Presseberichten, dass er Anatoli Antonow, den Leiter der russischen diplomatischen Vertretung in Washington, gebeten habe, zu helfen, dass er von der Sanktionsliste gestrichen werde, veröffentlichte McFaul am Samstag diese Erklärung in seinem Twitter.

„Ich sagte das scherzhaft bei einer öffentlichen Veranstaltung. Natürlich weiß ich, dass Antonow nicht die Befugnis hat, mich von der Liste der russischen Sanktionen zu streichen, aber ich glaube auch, dass ich nichts getan habe, was rechtfertigt, mich in diese Liste aufzunehmen“.

[I said it jokingly at a public event. Of course, I know that Antonov has no power to get me off the Russian sanctions list. But I also believe that I did nothing wrong to be put on this list. https://twitter.com/NTa11y/status/936865004577419264 … ]

McFault war Botschafter in Moskau zwischen 2012 und 2014. Jetzt ist er Professor an der Stanford University und aktiver Kommentator für russisch-amerikanische Beziehungen.
Laut russischem Außenministerium ist es McFault mit der Begründung „für den gezielten Schaden an den Beziehungen zwischen Moskau und Washington“ verboten, nach Russland einzureisen.
Im November 2016 erklärte die Sprecherin des Außenministeriums Russlands, Maria Sacharowa im Programm „Sonntagabend“ auf Rossija 1, der Grund für die Aufnahme in die Liste der russischen Sanktionen sei der vorsätzliche Schaden, den McFault den bilateralen Beziehungen zugefügt habe.

[hmw/russland.NEWS]

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.