Ehemalige TV-Bademeisterin rettet jetzt russische Tiere

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Erinnern Sie sich noch an Casey Jean Parker, die in ihrem hautengen knallroten Badeanzug etlichen abgetriebenen Schwimmern an den Stränden Kaliforniens selbstlos das Leben gerettet hat? Nein? Ist auch nicht weiter wichtig, denn dann kennen Sie bestimmt die Rekordhalterin auf der Playboy-Titelseite. Genau, wir sprechen über Pamela Anderson. Die ist diese Nixe und weilt gerade in Russland. Im Kreml will sie über Tierschutz sprechen.

Seitdem sich die mittlerweile 48-Jährige mit den großen künstlichen, na Sie wissen schon, nicht mehr für Herrenmagazine entblößt, hat sie sich dem Tierschutz verschrieben. Jetzt ist sie überzeugte PETA-Aktivistin und hat sich quasi nacktem Fleisch entsagt. Zudem ernährt sie sich nach eigenen Angaben nurmehr vegan. Wie beides allerdings die Russen auffassen mögen, wollen wir dahingestellt lassen. Aber Anderson hat nun einen offiziellen Termin im Kreml. Ermöglicht hat ihr das Russlands Umweltminister Sergej Donskoi.

Auf ein Tänzchen mit der Nixe

Und zwar schon im Sommer dieses Jahres. Da hatte Donskoi eine Auktion in Wladiwostok zu Gunsten des „World Wildlife Funds“ (WWF) organisiert. Der Erlös der Veranstaltung wurde dem Kampf gegen Wilderei sowie Umweltschutzprojekten in Russisch Fernost gutgeschrieben. Einen dicken Beitrag dazu leistete auch Pamela Anderson. Nicht nur dass es ein Tänzchen mit ihr zu ersteigern gab, das Startgebot lag bei umgerechnet 6.600 Euro, sondern sie hatte noch einen besonderen Trumpf im Ärmel.

Falsch, wenn Sie jetzt an den roten Badeanzug denken. Nein, den nicht, aber sie versteigerte eine Originalboje aus der Fernsehserie. Drei Millionen Rubel, das entspricht knapp 40.000 Euro, war Ildar Newerow, einem russischen Geschäftsmann, der Schwimmkörper des Schwimmkörpers wert. Ob die Boje nun die Zierde seines Gartenteichs darstellt, blieb vorerst sein Geheimnis. Der Umwelt dürfte dies auch herzlich egal sein, denn insgesamt belief sich der Erlös der Versteigerung dann doch auf etliche Millionen Rubel.

Anderson, Schauspielerin und Nackedei, fühlt sich indes in Russland gut aufgehoben. Medien zufolge habe sie mütterlicherseits russische Wurzeln und zudem findet die Baywatch-Nixe die Umweltpolitik Wladimir Putins hervorragend. Immerhin hat der den weltweiten Robbenfang um 95 Prozent gestoppt. „Ich wollte hierherkommen, um über ökologische Probleme zu sprechen“, betonte sie demonstrativ. Dafür lässt sie sich dann schon einmal medienwirksam in diversen Zoos mit Löwen und anderem Getier ablichten.

„Ich verstehe, dass, wenn Russland ein Versprechen gibt, es wirklich sein Wort hält“, schwärmt Pamela Anderson in vollen Zügen. Sein Wort gehalten hat auch der Chef der Kreml-Verwaltung, Sergej Iwanow. Er verlieh ihr die Patenschaft für ein vierjähriges Leopardenweibchen, das nun ebenfalls auf den Namen Pamela hört. Im April nächsten Jahres kommen dann die Tiger an die Reihe. Die sind ja schließlich auch gefährdet. Da wird Anderson dann an einem Forum zum Schutz dieser Großkatzen teilnehmen. Ob sich nach dem energischen Engagement der Ex-Bademeisterin russische Frauen noch in ihre Pelze trauen, wurde bisher noch nicht bekannt.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.