Edward Snowdens Vater in Moskau eingetroffen

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Moskau – Lon Snowden, der Vater des früheren CIA-Mitarbeiters Edward Snowden ist gestern am frühen Morgen in Moskau eingetroffen, um im Laufe seines Aufenhalts in Russland seinen Sohn zu treffen, teilte Anatoli Kucherena, der Rechtsanwalt von Snowden jun. mit.

Laut Kucherena ist Vater Snowden glücklich, Moskau zu sehen und seinen Sohn treffen zu können. Er werde einige Zeit in Moskau bleiben, um die Stadt zu besichtigen, da es ja sein erster Besuch in Moskau sei.

In einem Interview des Fernsehnachrichtenkanals Rossija 24 hatte Snowden sen. zugegeben, dass er bisher nicht den genauen Aufenthalt kenne, was Kucherena mit den notwendigen Schutzmaßnahmen erklärte. Er stehe Lon Snowden aber jederzeit für Fragen zur Verfügung, was in der Praxis gleich nach seiner Ankunft getestet wurde, als sie bei der Fahrt vom Flughafen in die Stadt gleich von fünf unbekannten Fahrzeugen verfolgt wurde. Diese Tatsache sei etwas beunruhigend gewesen, weil sie eben zeige, dass für Edward Snowden bestimmte Gefahren blieben, denn die USA hätten die Verfolgung bisher nicht aufgegeben.

Vater Snowden beschrieb in dem Interview seinen Sohn als einen talentierten und gebildeten Mann und er hoffe, dass er in Russland heimisch werde. Er sei glücklich über das vorläufige Asyl und dankte Präsident Putin und den russischen Menschen.

Kucherena fügte hinzu, dass Snowden jun. schon viele Arbeitsangebote bekommen habe, dieser sich aber noch nicht sicher sei, ob er in der IT-Branche oder für die Menschenrechte tätig werden würde. Zurzeit studiere er mit gewissem Erfolg Russisch. Kucherena erklärte zum wiederholten Male, dass er Snowden Bücher von russischen Klassikern wie Dostoevskij zum Erlernen der Sprache gegeben habe.

Zur rechtlichen Situation Edward Snowdens erklärte er, dass Russland keine offiziellen Bitten um Auslieferung erhalten habe und er mit keinem anderen Land wegen eines Asyls verhandele. Snowden habe für ein Jahr in Russland Asyl erhalten, was hinfällig wäre, wenn er das Land verlassen würde. Im Übrigen könne das Asyl von Russland verlängert werden.

[russland.RU]