Düsseldorfer Professor an russische Uni berufenMau, Prof. Jochen 200915 © roedel

Düsseldorfer Professor an russische Uni berufen

Seine Berufung als Ordentlicher Professor an die staatliche Baschkirische Medizinische Universität Ufa, Russische Föderation, nahm gestern der langjährige Professor an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Prof. Dr. rer. nat. habil. Jochen Mau entgegen. Der Wissenschaftler wird an der russischen Hochschule einen Lehrstuhl für Kybernetik aufbauen und die Abteilung für Kybernetik leiten. Da der Festakt wegen der Corona-Pandemie nicht, wie eigentlich üblich, in Russland stattfinden konnte, überreichte Prof. D. med. Helmut Hahn, Vorsitzender des Koch-Metschnikow-Forums, das sich in vielen Bereichen bei der deutsch-russischen Zusammenarbeit in der Medizin engagiert, im Auftrag der russischen Akademie der Wissenschaften die Berufungsurkunde.

In seiner Laudatio betonte Professor Hahn, wie wichtig es gerade in dieser schwierigen Zeit der deutsch-russischen Beziehungen sei, die Kontakte zwischen beiden Ländern, in allen gesellschaftlichen Bereichen aufrecht zu erhalten und auszubauen. Er verwies in diesem Zusammenhang auf das gerade zu Ende gegangene Jahr der deutsch-russischen Hochschulkooperation und nannte die Berufung von Mau ein weiteres Beispiel für diese erfolgreiche Zusammenarbeit.

Als Vertreter der russischen Botschaft gratulierte Botschaftsrat Wadim Danilin dem neu berufenen Professor zu der interessanten Aufgabe an der renommierten universitären Einrichtung und sprach die Erwartung aus, dass seine Tätigkeit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der medizinischen Wissenschaft in Russland und Deutschland leistet.

In seinem Festvortrag verwies Professor Mau, darauf, dass Fragen der Kybernetik in der Medizin ein bislang wenig erforschtes, aber gleichwohl ein spannendes Forschungsfeld seien. „Ich habe vor einigen Jahren begonnen, mich mit dieser Materie zu befassen“, so der gelernte Mathematiker, „denn die Medizin betrachtet den Menschen aus anatomischer und physiologischer Sicht, aber das Körpersystem als Netzwerk im Sinne der Kybernetik zu verstehen und daraus Schlüsse für die medizinische Praxis zu ziehen, ist eine neue Perspektive.“ Hierbei sei auch internationale Zusammenarbeit bei der Datenerfassung und Verwertung von großer Bedeutung. Der gesamte eurasische Kontinent biete dafür die besten Voraussetzungen. „Ich bin der russischen Akademie der Wissenschaften sehr dankbar“, so der Wissenschaftler, „für die Aufgeschlossenheit gegenüber meinen Vorstellungen und die Möglichkeit, sie an der Universität Ufa umzusetzen. Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit ist auch darauf begründet, dass in Zeiten der Sowjetunion bereits an ähnlichen Modellen der Kybernetik des Menschen geforscht wurde. Ich erwarte, dass wir gemeinsam zu nützlichen Ergebnissen für die Medizin kommen werden“, zeigte sich Mau überzeugt.

Der neu berufene Hochschullehrer nimmt seine Tätigkeit offiziell am 1. Oktober auf, wird aber wegen der durch die Pandemie bedingten Reisebeschränkungen zunächst von Deutschland aus arbeiten.

[hh/russland.NEWS]

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