Dritte Deeskalationszone in Syrien eingerichtet

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Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, hat heute erklärt, dass bei einer neuen Gesprächsrunde in Kairo am 31. Juli zwischen Vertretern des russischen Verteidigungsministeriums und der gemäßigten syrischen Opposition eine Einigung über die dritte Deeskalationszone nördlich der Stadt Homs erziel wurde. Diese umfasst 84 Siedlungen mit einer Bevölkerung von mehr als 147.000 Personen. Der Waffenstillstand in der Deeskalationszone trat am 3. August 12.00 Uhr Ortszeit in Kraft.

„Ich möchte betonen, dass der Waffenstillstand in der Homs-Deeskalationszone, genau wie in den beiden zuvor eingesetzten Deeskalationszonen, nicht für Mitglieder der IS- und Jabhat al-Nusra-Terrorgruppe gilt.“ Die gemäßigte Opposition habe sich verpflichtet, alle Einheiten, die sich mit dem IS und Jabhat al-Nusra verbünden, aus der Deeskalationszone zu vertreiben, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums.

Ab dem 4. August, werde die russische Militärpolizei zwei Kontrollpunkte entlang der Kontaktlinie nördlich von Homs sowie drei Beobachtungsposten einrichten. Die Militärpolizei sei auch mit der Trennung der gegnerischen Seiten, der Überwachung der Umsetzung des Waffenstillstands und der Gewährleistung der ungehinderten Auslieferung der humanitären Hilfe sowie gegebenenfalls notwendigen medizinischen Evakuierung betraut. „Alle Kranken und Verwundeten werden Gelegenheit zur medizinischen Behandlung entweder im russischen Militärkrankenhaus oder in syrischen Krankenhäusern bekommen“, so Konaschenkow.

Die Opposition werde im Gegenzug den Abschnitt der Homs-Hama-Autobahn, die durch die De-Eskalationszone führt, freigeben. Die Gemeinderäte werden die Fragen des Alltags in der Deeskalationszone besprechen. Außerdem soll ein nationales Justizkomitee eingerichtet werden, das „Vertreter der Opposition und alle großen ethnischen, politischen und religiösen Gruppen mit Wohnsitz in der Region“ umfasst.

Konaschenkow wies darauf hin, dass Anfang Juli, während der fünften Runde der Gespräche in Kasachstans Hauptstadt Astana, die Entscheidung getroffen wurde, vier Deeskalationszonen in Syrien einzurichten. Zwei von ihnen – im Südwesten Syriens und am Rande von Damaskus (in Ost-Ghouta) – seien bereits eingerichtet.

„Russland wird seine Bemühungen fortsetzen, den Frieden in Syrien wiederherzustellen“, sagte Konaschenkow, und wies darauf hin, dass allein in den vergangenen zehn Tagen 52 Siedlungen dem Waffenstillstandsabkommen beigetreten sind.
Russland habe bisher 41 humanitäre Missionen durchgeführt, die den syrischen Zivilisten mehr als 55 Tonnen Nahrung brachten.

[hmw/russland.News]

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.