Donbass: Regierungsmilizen halten humanitäre Hilfe auf

Ukrainische Onlinezeitung berichtet über Taktieren mit Lebensmittelspenden

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Nach einem Bericht der ukrainischen Onlinezeitung Tajmer aus Odessa blockieren Milizen der Euromaidan-Regierung aktuell humanitäre Hilfe, die für die Bevölkerung im Rebellengebiet bei Donezk bestimmt ist.

Die Hilfslieferungen stammen offenbar aus einem Hilfsfonds des ukrainischen Oligarchen Achmetow und sind für Kurachowo, einen Vorort von Donezk bestimmt, wo es noch ausreichend Nahrung für Erwachsene, aber keine Kindernahrung mehr geben soll. Verantwortlich für die Blockade sind die umstrittenen Freiwilligeneinheiten „Dnjepr“ und „Donbass“, in denen es viele rechtsextreme Kämpfer gibt.

Walentin Manko, Kommandeur von „Dnjepr“ bestätigte die Blockade und gab als Grund an, dass zunächst die Gefangenen seiner Einheit von den Rebellen freigelassen werden müssten, bevor er die Hilfsgüter durchlassen könne. Achmetows Hilfsgüter sind neben Spenden aus Russland und Requirierungen der Rebellen selbst aktuell die einzige Existenzgrundlage der Zivilisten im Kriegsgebiet und somit die einzige Hilfe, die von ukrainischer Seite die Zivilisten vor Ort erreicht. Achmetow gilt als reichster Mann der Ukraine, war früher ein Förderer von Ex-Präsident Janukowitsch, hat sich aber zuletzt deutlich gegen die Separatisten engagiert.

Nur vorbeugend an Putin-Propagandasucher: Wie bereits bei früheren Berichten von russland.RU ist auch dieser durch verlässliche, ukrainische Quellen belegt und stammt nicht von russischen Medien. Besser wäre wohl von Euromaidan-Fans eine Einflussnahme auf die eigene Seite, um im beginnenden Winter die desolate Versorgungslage vor Ort nicht für taktische Spielereien zu nutzen.

Roland Bathon, russland.RU; Foto: LKW unterwegs im Donbass, Rebelleneinheit Motoroly, Creative Commons