Die wahren Helden von Sotschi [Tag 5]

Die wahren Helden von Sotschi [Tag 5]

Die Welt schaut in diesen Tagen gespannt nach Russland. Gut, nicht alle, es gibt auch einige andere, solche wie den Herrn Gauck. Der guckt betont nicht, da Sotschi ja in Russland liegt. In dieser Kolumne geht es nicht um die Besten, sondern um die wahren Helden der Olympischen Winterspiele 2014. Denn Sie wissen doch: Dabei sein ist alles!

So ziemlich jeder US-Amerikanische Nachrichtensender hatte sie mittlerweile schon im Programm. Kate Hansen, die 21-Jährige Rodlerin aus den USA fällt in gewisser Weise aus der Rolle. Während sich Athleten üblicherweise durch Gymnastik, Muskeltraining und anderen Übungen bei Fitness halten, hat sie ihr eigenes Programm. Die „Dancing Queen“, wie man sie inzwischen nennt, tanzt sich warm. Und zwar quer durch die Strassen von Sotschi. Hansen gibt sozusagen den Olympischen Hingucker.

Überhaupt die Amerikaner. Irgendwie tanzen sie immer aus der Reihe. Das mag vielleicht an ihrer ureigenen Mentalität liegen. Der Wilde Westen wollte ja auch erobert sein. Anstatt kühlen Kopf zu bewahren und nach einer Lösung für sein Problem zu suchen ging der Bobfahrer Johnny Quinn sein Malheur eher pragmatisch an. Sicherlich ist es unangenehm wegen einer klemmenden Tür auf der Toilette eingeschlossen zu sein. Nur muss man dazu gleich wie Arnie Schwarzenegger in seiner Paraderolle mit dem Kopf durch die Wand? Das Badezimmer des Texaners sah nach dieser Einlage jedenfalls ziemlich ramponiert aus. Und da waren diesmal nicht die Russen dran schuld.

Machen wir noch einen Abstecher auf die Philippinen. Auch hier leben wahre Helden. Zumindest einer. Der Eiskunstläufer Michael Christian Martinez, der einzige Sportler der Delegation seines Landes, hatte kein Geld um sich vernünftig auf die Olympischen Spiele vorzubereiten. Die Mutter des 17-Jährigen stellte daher ein Gesuch an den philippinischen Präsidenten. Da dieser jedoch auf dem Ohr scheinbar etwas schlecht hört, blieb Martinez nichts anderes übrig, als das Haus seiner Mutter zu versetzen. Das ist wahrer Olympischer Wille. Dabei sein ist alles…

(Michael Barth/russland.RU)

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