Die UEFA-Woche: Russlands Fußball holt vier Siege und ein Remis

Foto: M. Barth/russland.RU (C)Foto: M. Barth/russland.RU (C)
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Der zweite Spieltag in der Champions und Europa League hat für die fünf russischen Teilnehmer eine überwiegend positive Bilanz: In der „Königsklasse“ fuhren ZSKA und Zenit Siege ein, im „Unterhaus“ waren Lokomotive und Krasnodar erfolgreich. Allein Rubin musste sich mit einem torlosen Unentschieden zufrieden geben und bleibt weiter Gruppenletzter.

Als erster trat Dienstag Zenit St. Petersburg an – vor heimischer Kulisse im Petrowski-Stadion war Gent aus Belgien zu Gast. Der Mann des Abends war zweifellos der Brasilianer Hulk – er bereitete beide Treffer für Zenit vor, die von Artjom Dsjuba (35. Minute) und Oleg Schatow (67. Minute) erzielt wurden. Zwischenzeitlich hatte Gents Thomas Matton ausgeglichen, aber die Petersburger konnten den Sieg halten.

Europarekord für Zenit – und ein neuer Torwart

Zwei Spiele, zwei Siege – damit stellt Zenit einen Vereinsrekord auf, denn niemals zuvor konnten in der Champions League die ersten beiden Begegnungen der Gruppenphase für sich entschieden werden. In der Gruppe bedeutet das die unangefochtene Führung – Valencia hat bisher drei Punkte errungen, Gent und Lyon jeweils einen.

Das Spiel in Petersburg präsentierte der Fußballwelt einen neuen Torhüter: Juri Lodygin, die bisher unangefochtene Nr. 1 im Kasten, war in letzter Zeit durch eklatante Fehler aufgefallen, die Zenit in der russischen Premierliga mehrmals wichtige Punkte kosteten. Nach dem 2:2 am letzten Wochenende gegen Spartak Moskau waren sogar Gerüchte aufgekommen, es sei in der Kabine zu einer Schlägerei zwischen Lodygin und Abwehrmann Alexander Anjukow gekommen.

Das dementierte die Klubleitung natürlich vehement. Fakt ist aber: Am Dienstag stand Michail Kerschakow zwischen den Pfosten – für den jüngeren Bruder des russischen Rekordstürmers Alexander Kerschakow war dies der erste Auftritt auf europäischer Bühne überhaupt. Seine Leistung ließ nichts zu wünschen übrig.

ZSKA fährt prinzipiell wichtigen Sieg ein

Die Moskauer „Armeekicker“ hatten das erste Spiel in der CL-Gruppenphase gegen Wolfsburg knapp mit 0:1 verloren und standen am Mittwoch zuhause unter mächtigem Zugzwang – eine weitere Schlappe hätte die Chancen auf das Weiterkommen in die Play Offs erheblich gemindert.

ZSKA machte gegen PSV Eindhoven von der ersten Minute an richtigen Dampf und führte zur Pause bereits mit 3:0 durch einen Treffer von Musa (7. Minute) und einen Doppelpack von Doumbia in der21. und 36. Minute (Elfmeter). Kurz vor der Pause scheiterte der Stürmer von der Elfenbeinküste bei einem zweiten Strafstoß vom Punkt – die Kugel flog weit übers Tor in den Himmel der Moskauer Vorstadt Chimki.

Es schien alles klar, aber PSV hatte in der Pause wohl die richtige Gardinenpredigt vom Trainer bekommen. Maxime Lestienne brachte die Niederländer durch zwei Tore (das zweite ebenfalls per Elfmeter) wieder ins Rennen, und ZSKA musste noch mal gehörig um den Sieg zittern. Der Platzverweis von Santiago Arias in der 80. Minute kam den Moskauern gerade zurecht.

In der Gruppe herrscht nach dem zweiten Spieltag absolute Parität: PSV, Manchester United, ZSKA und Wolfsburg haben jeweils drei Zähler auf dem Konto.

Loko souverän, Krasnodar kampfstark, Rubin desolat

Donnerstag war dann die Europa League an der Reihe. Hier hat Russland drei Teams im Rennen. Lokomotive Moskau holte gegen das albanische Skënderbeu ein sicheres 2:0 und zeigt sich mit zwei Siegen in zwei Spielen ähnlich souverän wie Zenit. Die beiden Tore besorgten Baye Oumar Niasse und Alexander Samedow (35. und 73. Minute). Die „Eisenbahner“ aus der russischen Hauptstadt konnten damit den ersten Europapokal-Heimsieg seit drei Jahren einfahren.

In Krasnodar sah es zwischen dem gleichnamigen Klub und Qäbälä aus Aserbaidschan lange nach einem Unentschieden aus, nachdem Wanderson in der 8. Minute die Gastgeber in Führung gebracht und Dodô in der 51. Minute den Ausgleich besorgt hatte. Kurz vor Schluss gelang Krasnodar durch einen Treffer des eingewechselten Fjodor Smolow dann doch der Siegtreffer. In der Gruppe sieht es nach diesem Sieg nicht schlecht aus für die Südrussen – sie liegen mit drei Punkten einen Zähler hinter Tabellenführer Dortmund.

Ein farbloses Unentschieden ohne Tore war alles, was Rubin Kasan gegen Bordeaux auf den heimischen Rasen legen konnte. Einziger wirklicher Aufreger der Partie war der Platzverweis für Sergej Kisljak in der 80. Minute. Die Ausbeute für die Kicker aus der Hauptstadt Tatarstans nach zwei Spieltagen ist dünn – mit einem einzigen Punkt mimen sie das Schlusslicht in Gruppe B. Verloren ist aber noch nichts, denn einen Überflieger hat das Quartett, zu dem außerdem Sion und Liverpool gehören, nicht. Der englische Traditionsclub hat auch nur zwei Zähler auf dem Konto.

[sb/russland.RU]