Die Reisen des ehemaligen georgischen Präsidenten Saakaschwili

Michail Saakaschwili

Georgiens ehemaliger Präsident und Ex-Gouverneur des ukrainischen Odessa, Saakaschwili, der nach dem Entzug seiner ukrainischen Staatsbürgerschaft einige Tage in Polen war, hat Polen wieder verlassen, berichtet das polnische Radio Zet am Dienstag.

Bevor Saakaschwili aus den USA nach Polen einreiste, erklärte er. „Ich werde durch ganz Europa reisen“, aber sein letztes Ziel sei es, in die Ukraine zurückzukehren.

In Polen kam er am 4. August an, um an den Veranstaltungen des 73. Jahrestages des Warschauer Aufstandes teilzunehmen. Angeblich habe er bei der Einreise seinen eigentlich schon ungültigen ukrainischen Pass benutzt. Der Sicherheitsdienst der Ukraine und der Grenzschutz haben darauf an der Grenze zu Polen Alarm ausgelöst, da Saakaschwili versuchen würde, in die Ukraine zurückzukehren.

Inzwischen meldete er sich am Dienstag laut Facebook aus Litauen.

„Es ist immer gut, im brüderlichem Litauen zu bleiben, besonders bei Freunden, die die Unabhängigkeit Litauens begründeten: Vytautas Landsbergis, Minister, Regierungsmitglieder und Kandidaten für die Präsidentschaft“, schreibt er.

Saakaschwili sagte Reportern, dass er nicht plane, die litauische Staatsbürgerschaft anzunehmen, obwohl ihm der litauische Europa-Parlamentarier Petras Austrevicius im Juni die litauische Staatsbürgerschaft angeboten hatte. „Ich bin dankbar für diese Chance, aber ich muss die ukrainische Staatsbürgerschaft, die mir illegal entzogen wurde, zurückgewinnen“.

Saakaschwili kam in Litauen aus Polen mit einem ukrainischen Pass, sagte er, genauso, wie er aus den USA nach Warschau gekommen sei. Er zeigte seinen ukrainischen Pass bei einem Treffen mit „Warschauer Maidan“-Aktivisten in der polnischen Hauptstadt und sagte, dass er „sehr stolz darauf“ sei. Außerdem erklärte er, dass er keine Probleme mit dem Verlassen der USA und der Ankunft in Europa hatte.

Am 31. Juli erklärte Georgiens Justizminister Tee Tsulukiani, man sei entschlossen, Saakaschwilis Auslieferung aus jedem Land zu verlangen. „Wenn es die Ukraine ist, dann haben wir das Verfahren abgeschlossen und alle Beweise aus den Jahren 2014 und 2015 an die Ukraine weitergegeben. Wenn Saakaschwili sich in anderen Ländern niederlässt, zum Beispiel in den USA, werden wir uns mit den Ländern juristisch beraten und einen Auslieferungsantrag stellen.“

[hmw/russland.News]

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.