Die Produktion von Nachrichten

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[Von Malte Daniljuk] – Ein kleiner Rückblick auf das Nachrichtenjahr 2014 in den wichtigsten Nachrichtensendungen. Die Ukraine-Krise dominierte alles – allerdings mit deutlichen thematischen Gewichtungen.

Gerade untersagte das OLG Hamburg es der Satiresendung „Die Anstalt“, prominente Journalisten in die Nähe von Elitennetzwerken zu rücken. Die Debatte, innerhalb der Medien, ob im vergangenen Jahr etwa tendenziös über den Ukraine-Konflikt berichtet wurde, scheint abzuklingen. Zeit für einen systematischen Rückblick

Das Jahr 2014 geht sicher als etwas Besonderes in die Geschichte der Medien und ihrer Nachrichtenproduktion ein. Niemals wurde in der Bundesrepublik die Kritik an den traditionellen Massenmedien und ihrer Vermittlungsfunktion derartig breit und radikal formuliert. Wenn durchschnittliche Bürger öffentlich skandieren „Lügenpresse auf die Fresse“, massenhaft und über Monate hinweg, dann lässt das eine „Enteignet Springer“-Kampagne der 1968er in Westdeutschland und Westberlin geradezu rational und harmlos erscheinen. Im Gegensatz zu den 1970er Jahren besteht heute zudem eine unüberbrückbare lebensweltliche Kluft zwischen Medienkritikern und Journalisten.

Zuletzt handelte es sich möglicherweise um die Journalisten in der DDR, die sich völlig überrascht zeigten, als sich plötzlich eine ganz andere, eine oppositionelle Öffentlichkeit auf der Ebene von Veranstaltungen und Demonstrationen artikulierte, die sich schon seit Jahren als Mund-zu-Mund-Öffentlichkeit entwickelt hatte, ohne dass der hermetisch abgeschlossene Journalismus davon hätte Notiz nehmen können. Wenn sich zwischen dieser Encounter-Öffentlichkeit und den professionellen Massenmedien eine unüberbrückbare inhaltliche Kluft auftut, dann ist das ein deutliches Anzeichen dafür, dass die Medien ihrer Funktion in einer pluralen Demokratie – unterschiedliche Meinungen und Stimmungen zu repräsentieren – nicht in ausreichendem Umfang nachkommen (Gerhards, Neidhardt 1990).

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