Die letzten Worte des Co-Piloten vor dem Absturz

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Der Stimmenrecorder der abgestürzten Tu-154 ist heute am Dienstag geborgen worden und umgehend wurde mit der Auswertung begonnen.

Übereinstimmend berichtet ein Großteil der russischen Medien, dass das Gespräch auf dem  Voice-recorder über allgemeine Dinge des Lebens plötzlich von dem Schrei „Die Landeklappen! Verdammt“ und gleich anschließend „Kapitän! Wir stürzen ab!“ unterbrochen wurde. Danach endet die Aufnahme.

Nach Expertenaussagen arbeiteten die Landeklappen nicht synchron, was ein Beherrschen der Maschine unmöglich machte.

„Nach vorläufigen Angaben, haben die Landeklappen an Bord nicht synchron gearbeitet, als Folge davon ging der Auftrieb verloren, die Geschwindigkeit reichte nicht aus um Höhe zu gewinnen und das Flugzeug stützte ab“ – so die Quelle am Dienstag.

Laut »life.ru« hat der Vizepräsident des föderalen Verbandes der Freunde der Luftfahrt Viktor Zabolotski, ein verdienter Testpilot der UdSSR gesagt, dass wenn es Probleme mit den Landeklappen gibt, das Flugzeug nicht mehr zu beherrschen ist.

„Wenn der Auftrieb an einem Flügel groß und an dem anderen klein ist, wird das Flugzeug abstürzen, wenn die Klappen ungleichmäßig arbeiten gibt es eine starke Schieflage und das Flugzeug ist sehr schwierig zu steuern.“

Nach Ansichten des Verteidigungsministeriums könnte dies ein deutlicher Hinweis auf die Absturzursache sein, eine endgültige Aussage könne aber erst nach Prüfung aller Faktoren gemacht werden.
Die Auswertung des Flugdaten-Recorders werde endgültige Klarheit darüber bringen, was sich an Bord der Maschine kurz vor dem Absturz abgespielt hat.

Bezüglich der „unzureichenden Schubkraft“ haben Ökologen von Sotschi einen vielleicht wichtig werdenden Hinweis gegeben:
Viele Vogelarten fliegen besonders nachts entlang der Küste und nicht weit vom Flughafen befindet sich außerdem ein Vogelpark. Der Absturz geschah um 5.40 Uhr, eine Zeit in der viele Vögel unterwegs sind. In die Triebwerke geratene Vögel könnten die Ursache für die verminderte Schub- und Hubkraft gewesen sein. Im Jahr 1982 sei z.B. eben wegen dieses starken Vogelfluges der Flughafen für drei Tage geschlossen gewesen.
(Hanns-Martin Wietek/russland.news)

 

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.