Die Krim steht wieder unter Strom

Foto: Wikipedia CC BY-SA 3.0Foto: Wikipedia CC BY-SA 3.0
image_pdfimage_print

Nach den Anschlägen auf ukrainische Strommasten, die die Halbinsel Krim mit Strom versorgten, war es dort vorübergehend zappenduster. Nun konnte die Stromversorgung wieder sicher gestellt werden. Die Krim hat jetzt Mobil-Strom.

Seit Sonntag sei es laut einer Information des Leiters des russischen Zivil- und Katastrophenschutzes nun gelungen, alle Städte und Dörfer auf der Krim wieder mit Strom zu versorgen. Allerdings vorerst noch nicht durch feste Stromversorger, sondern mittels Generatoren. Im Moment seien 20 Fahrzeugkonvois des Zivil- und Katastrophenschutzes unterwegs, um 250 der Aggregate sowie Gasturbinen auf die Krim zu transportieren.

19 Stromerzeuger wurden alleine in den letzten zwei Tagen über Land auf die Krim verbracht. Zudem will man weitere mobile Generatoren auf dem Luftweg in die russische Exklave transportieren. Des weiteren wurden auf der Krim zehn Einrichtungen installiert, in denen die Bewohner Lebensmittel erhalten und über Feldküchen mit warmen Essen versorgt werden. Selbst die ärztliche Betreuung sei gesichert und es gäbe die Möglichkeit, Mobiltelefone aufzuladen.

Da immer noch nicht gesichert ist, ob die Ukraine die Stromlieferungen auf die Krim jemals wieder aufnehmen wird, bastelt man von russischer Seite fieberhaft an einer sogenannten „Energiebrücke“. Die soll künftig Strom aus dem Krasnodaer Gebiet auf die Krim bringen. Die infrastrukturellen Vorbereitungsarbeiten für die Inbetriebnahme der Stromversorgung seien abgeschlossen, heißt es aus Moskau.

Hieß es zunächst, die Energieversorgung zum 20. Dezember sicherzustellen, wurde aufgrund der fortschreitenden Arbeiten der Zeitpunkt auf den 6. Dezember vordatiert. So wie es im Moment aussieht, ist es wohl eher nur noch die Frage von ein paar Stunden bis die Krim wieder am vollen Netz angeschlossen ist, soweit der Energieerzeuger „KrimEnergo“. Vier große Stromerzeugungsfirmen sowie drei mobile Plätze mit Gasturbinen können in der Zwischenzeit zumindest 418 Megawatt an Strom erzeugen.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.