Die Fiktion einer Versorgung Europas mit US-Frackinggas

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[von Bernd Murawski] Die Annahme, die USA könnten die EU-Staaten mit preiswertem Gas über einen längeren Zeitraum mitversorgen, erweist sich bei genauerer Betrachtung als Flop

Durch den Einsatz der Fracking-Methode konnten die USA ihre Erdgasproduktion innerhalb von zehn Jahren veranderthalbfachen. Nun wird beiderseits des Atlantiks die Hoffnung geäußert, dass die EU sich durch einen Import von verflüssigtem amerikanischem Gas (LNG) aus der Abhängigkeit von russischen Lieferungen lösen könne. Überlegungen zu einer Diversifizierung der Bezugsquellen sind nicht nur ein Politikum, sondern sie werden angesichts der schwindenden eigenen Ressourcen und der Abkehr von Öl und Kohle zunehmend akut.

Bei einem jährlichen Verbrauch von gegenwärtig rund 400 Milliarden m³ reichen die Erdgasreserven der EU noch etwa sieben Jahre. Davon entfallen 40 Prozent auf die Niederlande und 20 Prozent auf Rumänien. Weitere fünf Jahre sind durch die wirtschaftlich erschließbaren Vorkommen Norwegens gesichert. Ein Anzapfen der algerischen und libyschen Reserven, die den Bedarf für 10-15 Jahre decken könnten, impliziert nicht nur politische Risiken, sondern würde auch beträchtliche Investitionen in die Exploration und in den Bau von Pipelines erfordern.

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