Deutschland und Polen – Unterschiede in der Geschichtswahrnehmung

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Siebzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und, was bei dem heutigen Thema noch viel wichtiger ist, 25 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung, die wir in wenigen Tagen feiern werden, können die Deutschen von sich behaupten, dass sie ihre geschichtlichen Hausaufgaben in guter Qualität erfüllt haben.

Worum geht es?

Es geht um den Zweiten Weltkrieg, der damit endete, dass 27 Millionen sowjetischer Soldaten ihre letzte Ruhe entweder in heimatlicher Erde oder in der Erde der Länder fanden, für deren Befreiung vom Faschismus sie ihr Leben gegeben haben. Es gibt Massengräber mit abertausenden Gefallenen und es gibt Einzelgedenkstätten. Bis zum Zerfall der Sowjetunion gab es keinerlei Probleme mit der Pflege dieser Gräber und Gedenkstätten – egal in welchem Land sie sich befanden. Es war einfach eine Ehrensache. Die Pflege wurde sowohl von sowjetischer Seite, wie auch von den Ländern übernommen, in denen sich diese Gedenkstätten befanden.

Nie gab es bis zur Wiedervereinigung irgendwelche staatlichen Bestrebungen, die Gedenkstätten, die sich auf dem Gebiet der alten Bundesrepublik befanden, nicht zu pflegen, nicht zu achten oder gar abzureißen. Selbst in der heißesten Phase des Kalten Krieges kam niemand auf den Gedanken die Totenruhe der Gefallenen zu stören.

Daran änderte sich auch nichts, nachdem sich Deutschland wieder vereint hatte und es änderte sich auch nichts, als der letzte sowjetische/russische Soldat das deutsche Territorium 1993/94 verlassen hatte. Man war sich in Deutschland seiner Verantwortung vor der Geschichte bewusst, denn gefallen waren alle diese Soldaten nicht, damit die Sowjetunion sich zusätzliche Gebiete einverleibt. Gefallen waren diese Menschen, weil sie sich gegen die Vernichtungspolitik des damaligen Deutschlands wehren mussten. Und um weitere Verbrechen an der Menschheit zu verhindern, endete der Kampf eben erst in Berlin – sowohl für die sowjetischen Soldaten, wie auch für die alliierten Militärs.

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