Deutsche Reaktionen auf Trump: Gegendrohungen und Aufrüstung

Foto: commons.wikimedia/Jorge Royan CC BY-SA 3.0
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[Von Johannes Stern] – Der Amtsantritt von Donald Trump hat in Berlin zu heftigen Reaktionen geführt. Deutschen Politikern, Wirtschaftsvertretern und Medien wird zunehmend bewusst, dass der neue US-Präsident Europa und vor allem Deutschland als wirtschaftliche und politische Rivalen betrachtet. Sie reagieren, indem sie aggressive eigene wirtschaftliche und weltpolitische Ansprüche formulieren, die von einer eigenständigeren europäischen Außenpolitik bis hin zu alternativen Wirtschafts- und Militärbündnissen mit Russland oder China reichen.

Bereits Trumps Interview mit der Bild-Zeitung Anfang letzter Woche hatte in den herrschenden Kreisen Berlins einen Schock ausgelöst. Trump hatte darin u.a. das Auseinanderbrechen der von Deutschland dominierten Europäischen Union begrüßt, die Nato für „obsolet“ erklärt und der deutschen Autoindustrie mit Importzöllen von 35 Prozent gedroht, falls sie neue Produktionswerke in Mexiko baue. Nun hat Trumps Antrittsrede die letzte Hoffnung zerstört, er würde nach seiner Amtsübernahme „präsidialer“ oder „kompromissbereiter“ werden.

Diese Rede wurde weitgehend als „Drohung“ verstanden. „Waren bisherige Amtseinführungen stets geprägt von versöhnlichen Tönen, dann war diese das genaue Gegenteil: eine Kampfansage an alle Gegner, eine radikale Abkehr von sämtlichen bisherigen Gewissheiten, eine Zurschaustellung der eigenen, unaufhaltbaren Stärke, ohne Rücksicht auf den Rest der Welt, ohne Blick in die Geschichte, nur stets voran. Dieser Präsident wird keine Kompromisse machen“, kommentierte Spiegel Online.

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