Deutsch-Russischer Jugendaustausch in schweren Zeiten

Spannungen sind keine reale Behinderung im Jugendaustausch, wecken aber Befürchtungen bei Interessenten

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Die politischen Spannungen in der Ukraine sowie zwischen der EU und den USA auf der einen Seite und Russland auf der anderen Seite überschatten auch den deutsch-russischen Jugendaustausch.

Derzeit erreichen die zuständige Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch in Hamburg zunehmend Anfragen, ob eine Reise nach Russland gefährlich sei. Im Moment gibt es für Reisen in die Russische Föderation keine akute Gefährdungslage, die Bearbeitung der Visastelle läuft normal und die Arbeitskontakte der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch zu den Partnern in Russland sind von gegenseitigem Vertrauen und Kooperation geprägt.

Von einzelnen Anrufern wurde der Stiftung die Frage gestellt, ob es politisch vertretbar sei, eine Kooperation mit Russland überhaupt noch fortzusetzen. Hierzu nimmt der Geschäftsführer der Stiftung selbst Thomas Hoffmann persönlich Stellung: „Der Jugendaustausch im Allgemeinen und jede Jugendbegegnung bedeutet keine politische Positionierung in dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Jeder Jugendaustausch stärkt aber die Verbindungen der Zivilgesellschaften und fördert den Dialog. In Zeiten der Krise ist insbesondere der Informations- und Meinungsaustausch von besonderer Bedeutung. Deshalb sollte auf jeden Fall die Jugendzusammenarbeit mit Russland fortgesetzt werden. Darüber hinaus ist es gerade jetzt bedeutsam, die Partnerschaften aufrecht zu erhalten, den Kontakt zu suchen und ggf. sogar mit neuen Projekten Zeichen zu setzen.“

Auch auf russischer Seite haben nach Auskunft der Stiftung viele Organisationen und Schulen die Befürchtung, dass sie durch die Sanktionen der EU keine Möglichkeit mehr haben, die geplanten Projekte und Begegnungen durchzuführen, weil sie glauben, keine Visa für Deutschland zu erhalten. Das russische Koordinierungsbüro informiert gleichermaßen, dass es derzeit keine Behinderungen des Visaverkehrs gibt und sie weiterhin mit ihren deutschen Partnern die Maßnahmen für 2014 planen und durchführen können. Das Interesse ist auf beiden Seiten gleichermaßen groß – trotz der politischen Spannungen. Wenn junge Menschen zusammen kommen wollen, dann werden wir als Stiftung unser Möglichstes tun, sie dabei zu unterstützen.