Der Russentest: Welcher Präsident kam nach Puschkin?

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[Von Eugen von Arb] – Wie in anderen Ländern fordern auch in Russland nationalistische Kreise, die Hunderttausenden von Gastarbeitern sollten sich besser in die russische Gesellschaft integrieren. Als Zugeständnis wurde im vergangenen Jahr der „Russentest“ eingeführt, ein Examen, bei dem die Beherrschung der russischen Sprache sowie der Kenntnisse der russischen Geschichte und Gesetzgebung geprüft werden.

Ein Diplomat sagte mir einmal resigniert, dass die russische Bürokratie für jede Hürde, die sie abbaue, an einem anderen Ort eine neue errichte. In diesem Fall hatte er sicher Recht, denn als ich mich schon freute, dass diesmal für die Verlängerung meiner Aufenthaltsbewilligung eine einfache Angelegenheit sein würde, weil ich keine medizinische Untersuchung mehr verlangt wurde, hatte ich mich gründlich getäuscht. Zwar ist der medizinische Hürdenlauf mit Aidstest und Schirmbild wirklich nicht mehr nötig, aber dafür schrieb mir die Beamtin bei der Ausländerbehörde (OVIR) das „Zertifikat über die Kenntnisse der russischen Sprache, der russischen Geschichte und Gesetzgebung“ auf die Liste. Kostenpunkt: 5500 Rubel.

Ich hatte bereits von dem Examen gehört, das nach den Ausschreitungen gegen Ausländer von 2013 initiiert worden war und von den Medien mit gemischtem Echo aufgenommen wurde. Nun bin ich also selber dran, wie alle „Gastarbeiter“ – verspotte ich mich. Dieser Begriff gehört zu den wenigen fremdsprachigen Worten, die sich im russischen Wortschatz fest etabliert hat.

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