Der Hl. Geist ist über den »Spiegel« gekommen

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Normalerweise überkommt der Hl. Geist die Menschen immer zu Pfingsten – das ist seit nahezu 2000 Jahren sein „Jour fix“. Anfangs ging das noch mit Feuerzungen und hallenden Worten aus dem Orkus einher, heute geht das stillschweigend vonstatten, und wenn man sich die Menschheit so anschaut, hat man das Gefühl, dass seine Ankunft wohl nicht mehr jährlich stattfindet. Es scheint sogar, dass er es gänzlich aufgegeben hat, den beschwerlichen und ineffektiven Weg zur Welt auf sich zu nehmen.

Umso erstaunlicher ist es, dass er jetzt so plötzlich und vollkommen außer der Reihe ausgerechnet dem »Spiegel« übergekommen ist. Offensichtlich war er der Meinung, dass es jetzt für den »Spiegel« höchste Zeit sei.

Da schreibt doch der »Spiegel« entgegen seiner politischen Ausrichtung im Fall Ukraine, die er mit brachialer Gewalt den Lesern einhämmert, tatsächlich plötzlich die Wahrheit!!!!

Natürlich kann man nicht erwarten, dass er auf dem Absatz um 180 Grad kehrt macht – man muss schließlich das Gesicht wahren (eine russische und auch asiatische Weisheit), aber vielleicht hat er auch Angst vor seinen Mediengöttern gehabt und gehofft, dass selbige die Witze in ihrer Zeitung nicht lesen Er versteckt nämlich die Wahrheit in einem Scherz. Aber wenn man genau hinschaut und das Leid betrachtet, das im Namen der Geopolitik und der Machteinflusssphären angerichtet wird, ist das kein Scherz mehr, sondern eine bitterböse Satire.

Auf jeden Fall ist es mit Abstand die beste Satire im »Spiegel«, an die ich mich erinnern kann (und ich habe schon eine Menge von Jahren auf dem Buckel).
hmw

Lesen Sie hier aufmerksam die Auswirkungen des Hl. Geistes auf den »Spiegel«