Chodorkowski kommt nach Berlin

Keine Klarheit im deutschen Geldwäscheverfahren gegen Chodorkowski

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Der ehemalige Chef des Ölkonzerns Yukos, Michail Chodorkowski, der am Freitag nach der Begnadigung durch Präsident Wladimir Putin aus der Haft entlassen wurde, befindet sich auf dem Weg nach Berlin.

Wie die zu RIA Novosti gehörende juristische Nachrichtenagentur RAPSI bei einer gut informierten Quelle erfuhr, „wird Chodorkowskis Mutter in Berlin medizinisch behandelt“.

Zuvor hatte RIA Novosti im Pressebüro der Strafvollzugsbehörde Russlands erfahren, dass Chodorkowski bei der Freilassung persönlich gebeten hatte, ihm Dokumente für die Ausreise ins Ausland auszustellen.

„Nach der Freilassung flog er nach Deutschland ab, wo seine Mutter medizinisch behandelt wird“, hieß es.

Unklar ist, wie sich die deutsche Staatsanwaltschaft im Geldwäscheverfahren in Deutschland verhalten wird.

2011 wurde gegen den einstigen Ölmagnaten ein Strafverfahren wegen Anfangsverdachts der Geldwäsche eingeleitet.

Das Verfahren hatte offenbar in Münster seinen Anfang genommen, wo die Strafverfolger eine CD mit Kundendaten der Schweizer Bank Julius Bär auswerteten. Anschließend habe es eine Durchsuchung in der Europazentrale der Bank in Frankfurt am Main gegeben, wo die Ermittler auf eine Kundenakte Chodorkowskis gestoßen seien. Er soll bei der Bank auf seinen Namen und den von Angehörigen 15 bis 20 Millionen Euro angelegt haben.