China scharf auf russische Agro-Flächen

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Nicht nur in Moskau, auch jenseits des Atlantik weckt das Interesse chinesischer Investoren am russischen Agrobusiness Aufmerksamkeit. Seit Jahren berichten russische Medien vom Einsickern chinesischer Landwirte im russischen Fernen Osten. Zahlenmaterial zu dieser Infiltration gibt es so gut wie nicht.

Auch zu den derzeit verhandelten Projekten, bei denen es immerhin um enorme Flächen und enorme Summen geht, sind die Aussagen widersprüchlich. So soll das chinesische Unternehmen Huae Xinban die langfristige Pacht (49 Jahre) einer Fläche von 115.000 oder 150.000 Hektar anstreben. Die Investitionssumme liegt je nach Quelle bei 320-450 Millionen US-Dollar.

Agro-Großexporteur vor 1914

Das amerikanische Wall Street Journal erinnert daran, dass Russland vor dem Ersten Weltkrieg, also bis 1914, einer der größten europäischen Agrarexporteure war. Getreide, Eier und Butter waren nicht nur in großen Mengen, sondern auch in hoher Qualität vorhanden. Mit neun Prozent der Weltackerfläche verfügt Russland trotz der klimatisch nicht sehr günstigen Nordlage über eine Ressource, die in einer immer stärker bevölkerten Welt notgedrungen Interesse weckt.

Stalins Entkulakisierung (Vernichtung der Großbauern) Anfang der dreißiger Jahre hat die russische Landwirtschaft an der Wurzel getroffen. Der Verlust an Verantwortung und Initiative, der mit der Vergesellschaftung des Agrarwesens einherging, konnte auch durch die Industrialisierung der Produktion nicht kompensiert werden.

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