Champions League: ZSKA Moskau fertigt in St. Petersburg Viktoria Pilsen ab

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Moskau. ZSKA Moskau empfing am 2. Spieltag der UEFA Champions League in der Gruppe D, die Mannschaft von Viktoria Pilsen. Im zweiten Gruppenspiel setzte sich der russische Meister gegen den tschechischen Champion aus Pilsen mit 3:2 (2:1) durch und verbuchte damit seine ersten drei Punkte in der Gruppenphase. Für den Lacher sorgte Gäste-Torwart Matus Kozacik, der einen harmlosen Rückpass von Reznik unter der Sohle hindurch ins Tor rutschen ließ.

Ziemlich ernüchternd verlief der Champions League-Start für ZSKA und Viktoria: Beide Teams verloren 0:3 – Moskau bei Titelverteidiger Bayern München, Pilsen zu Hause gegen den zweiten „Großverein“ der Gruppe D Manchester City. Beide Clubs standen damit bereits unter Zugzwang, wollte man den Anschluss in der Gruppe D nicht verlieren. Man habe vom derzeit besten Team der Welt die Schwächen aufgezeigt bekommen und keine Chance gehabt, stellte ZSKA-Coach Leonid Slutskij nach dem Spiel in München fest.

 

Heute hofften beide Mannschaften auf ein Match auf Augenhöhe, das starke Hinweise liefern sollte, wer sich aussichtsreich um Rang drei in der Gruppe D bewirbt – wie es ja aussieht, werden die Bayern und Manchester City die Gruppe dominieren.

 

Das Spiel fand im Petrowski-Stadion in St. Petersburg vor nur rund 5.000 Zuschauern statt und wurde vom niederländischen Schiedsrichter Bas Nijhuis geleitet. In Moskau hatten heftige Regenfälle den Platz von ZSKA ruiniert (sotschi-2014.RU berichtete bereits).

 

In der russischen Premier Liga lief es zuletzt nicht besonders gut für ZSKA Moskau. Aus den letzten 3 Spielen konnte ZSKA nur einen Punkt holen und die Generalprobe bei Terek Grosny ging mit 0:2 verloren. Keine guten Voraussetzungen für ZSKA. Viktoria Pilsen steht in der tschechischen Gambrinus Liga mit 24 Punkten auf dem 2. Platz hinter Sparta Prag mit 28 Punkten. Die Generalprobe glückte Viktoria Pilsen. Sie gewannen beim FC Vysocina Jihlava mit 2:1.

 

Erste Halbzeit

 

Bei ZSKA waren heute im Vergleich zum Spiel in München von Beginn an Tosic, Elm und Alexei Beresuzki dabei. Die Spieler aus Moskau kamen auch mit viel Elan aus der Kabine und begannen sehr couragiert.

 

Die erste Ecke hatten dann aber die Gäste, die zwar noch ohne Folgen blieb. Dem Abschlag von ZSKA-Torwart Igor Akinfejew, nach dieser Ecke, folgte prompt ein Viktoria-Konter: Petrzela schoss aus zwanzig Metern, Akinfejew ließ das Leder prallen und aus halbrechter Position schoss Frantisek Rajtoral direkt ab. Akinfejew versuchte den Ball noch zu erreichen, kam aber nicht mehr ganz hin – vierte Minute 1:0 für Pilsen. Das tat weh für Moskau.

 

Auf der Tribüne versuchten ein paar Pilsen-Fans für Stimmung zu sorgen. Dies gelang ihnen auch ganz gut, da sie aufgrund der geringen Zuschauerzahl die Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnten.

 

ZSKA reagiert danach mit energischen Angriffen, die aber wirkungslos blieben. Die Defensive der Gäste stand weiter sehr kompakt und lies keinen klaren Abschluss von ZSKA zu – egal ob die Moskauer es über Außen oder das Zentrum versuchten.

 

In der 20. Minute gelang ZSKA dann aber doch der überraschende Ausgleich. Musa lief auf der linken Seite Hubnik davon und legt dann quer auf Tisoc, der den Ball links unten einschob. Danach machte ZSKA noch mehr Druck und so folgte bereits zehn Minuten später die dann doch verdiente Führung für ZSKA.

 

Zuber fing im Mittelfeld den Ball ab, spielte über die Mittellinie und sah Tosic starten. Tosic bekam präzise das Leder und lief bis zwanzig Meter vor das Tor, hatte die Übersicht für den links völlig freien Keisuke Honda. Der Pass kam und Honda hatte schließlich keine Mühe mehr, Kozacik im Victoria-Tor mit einem Schuss ins rechte untere Eck zu überlisten.

 

Anschließend hatten beide Mannschaften noch die ein oder andere Chance, brachten das Runde jedoch nicht mehr im Eckigen unter.

 

Der ZSKA Moskau führte zur Pause gegen Viktoria Pilsen etwas glücklich mit 2:1. Die Gäste aus Tschechien erwischten den besseren Start in die Partie und verpassten es auf 2:0 zu erhöhen, die Chancen dafür waren gegeben. Der Treffer zum 1:1 brachte aber Sicherheit in das Spiel von ZSKA und nach dem Ausgleich kam das Team von Leonid Slutskiy auch verdient mit 2:1 in Front.

 

Zweite Halbzeit

 

Beide Mannschaften kamen personell unverändert aus den Kabinen – keine Wechsel zur Pause. ZSKA begann wie zum Anfang des Spiels mit voller Kraft und wollte schnell eine endgültige Entscheidung herbeiführen. So hatte ZSKA auch die erste Riesenchance in der zweiten Halbzeit.

 

In der 49. Minute hatte Kirill Nababkin auf der rechten Seite viel Platz und brachte den Ball flach in den Fünfer. Vier Meter vor dem Kasten musste Musa den Ball eigentlich nur noch über die Linie drücken, schob das Leder jedoch an den Pfosten. Dieses war schwieriger als den Ball zu versenken!

 

ZSKA ließ im Offensivdrang nicht nach, wirkte in der Defensive mitunter etwas lässig. Die Gastgeber wussten, sie mussten schleunigst das 3:1 nachlegen – auf ihre Abwehr konnten sie sich aber nicht unbedingt verlassen.

 

Bis zur 75. Minute wäre ein Ausgleich für Pilsen sogar nicht unverdient gewesen. Die Gäste hatten mittlerweile gefühlte 70 Prozent Ballbesitz. Zwar hatten die Tschechen nicht die ganz klaren Chancen, doch sie spielten sich immer wieder in und an den Strafraum vor. Mehr als der ein oder andere Distanzschuss und ab und an mal eine Flanke in den Strafraum war scheinbar nicht drin für Pilsen. ZSKA verlor immer mehr den Faden und gab das Heft des Handelns aus den Händen.

 

In der 78. Minute half dann Pilsen dem ZSKA mit einem Eigentor durch Radim Reznik zum 3:1 –

Pilsen machte das Spiel und verpasste sich selbst den K.O.. Reznik passte den Ball vom rechten Strafraumeck flach zurück und der Torwart Kozacik ließ das Leder unter seinem Fuß hindurch rollen. Der ZSKA bedankte sich freundlich.

 

Viktoria spielte nach dem 1:3 weiterhin unverdrossen nach vorne und versuchte noch einmal zum Anschluss zu kommen. Dieses war wohl aber eher der Mut der Verzweiflung. Moskau wollte das Spiel nur noch in Ruhe zu Ende bringen und stellte sich hinten rein. In der ersten Minute der Nachspielzeit kassierte ZSKA dafür aber doch noch den Anschlusstreffer zum 3:2 durch Marek Bakos.

 

Nach einer Ecke von der rechten Seite faustete Akinfejew den Tchechen Tecl den Ball aus kurzer Distanz gegen den Kopf. Von dort sprang die Kugel direkt vors Tor und Bakos drückt das Leder per Kopf über die Linie – dicker Patzer von Akinfejew.

 

Kurz danach war das Spiel dann aber beendet und ZSKA konnte mit ein bisschen Glück drei Punkte sichern. Der erste Erfolg für eine russische Mannschaft in dieser Saison in der Champions League.

Gruppe D: Mittwoch, 2.Oktober

 

ZSKA Moskau – Viktoria Pilsen 3:2 (2:1)

Tore:0:1 Rajtoral (4.), 1:1 Tosic (20.), 2:1 Honda (30.), 3:1 Reznik (78./ET), 3:2 Bakos (90.+1)

 

Manchester City – BayernMünchen 1:3 (0:1)

0:1 Ribery (7.), 0:2 Müller (56.), 0:3 Robben (60.), 1:3 Negredo (80.)

 

1.Bay.München 2 Spiele 6:1 Tore 6 Punkte

2.Manchester City 2 – 4:3 – 3

3.ZSKA Moskau 2 – 3:5 – 3

4.Viktoria Pilsen 2 – 2:6 – 0

 

Spiele am Mittwoch, 2.Oktober

 

Gruppe A

Schachtar Donezk – Manchester United 1:1 (0:1)

BayerLeverkusen – San Sebastian 2:1 (1:0)

 

Gruppe B

JuventusTurin – Galatasaray Istanbul 2:2 (0:1)

Real Madrid – FC Kopenhagen 4:0 (1:0)

 

Gruppe C

Paris St. Germain – Benfica Lissabon 3:0 (3:0)

RSC Anderlecht – Olympiakus Piräus 0:3 (0:1)

 

Gruppe D

ZSKA Moskau – Viktoria Pilsen 3:2 (2:1)

Manchester City – BayernMünchen 1:3 (0:1)