Zenit bekommt eine 1:4-Lehrstunde in Wien und kommt trotzdem ins Achtelfinale

Zenit bekommt eine 1:4-Lehrstunde in Wien und kommt trotzdem ins Achtelfinale.Zenit bekommt eine 1:4-Lehrstunde in Wien und kommt trotzdem ins Achtelfinale.

Moskau. Schwache St. Petersburger! In einer richtig unterhaltsamen Partie der Champions League erzielte Austria Wien den ersten Viererpack in der Vereinsgeschichte und sicherte sich gegen ein völlig verunsichert auftretendes Zenit den ersten Sieg der Vereinsgeschichte in diesem Wettbewerb. Zenit zieht trotz dieser 1:4-Klatsche ins Achtelfinale der Champions League ein, dort aber gegen einen der Gruppensieger zu den Außenseitern gehören dürfte. Ob offensiv oder defensiv, die Männer aus St. Petersburg präsentierten sich in Wien in allen Mannschaftsteilen schwach und unmotiviert.

Zenit-Trainer Luciano Spalletti nahm gegenüber dem letzten Premier-Liga-Spiel der Russen (2:1 gegen Ural Jekaterinburg) drei Änderungen in der Startelf vor. Cristian Ansaldi, Viktor Faisulin und Aleksander Kerschakow ersetzen Igor Smolnikow, Andrej Arschawin und Wladimir Bystrow in der Anfangsformation. Das ausgemusterte Trio saß aber auf der Bank.

Die ersten zehn Minuten des Spiels gestalteten sich offen, mit Chancen-Vorteilen für die Austria, jedoch war Zenit häufiger im Ballbesitz. Nach guten ersten zwanzig Minuten verflachte die Partie aber. Zenit lies eine Flanke nach der anderen in den gegnerischen Strafraum segeln, doch wirklich geplant sah das alles nicht aus. Möglich, dass die Spieler von der Newa sich den Auftritt in Wien einfacher vorgestellt hatten.

 

In der 30. Minute verursachte der Belgier Axel Witsel ein Foulspiel an Jun von Austria an der rechten Seite. Der darauffolgende Freistoß für die Wiener musste aber zwei Minuten warten, weil bengalische Feuer im russischen Sektor gezündet wurden und von den oberen Rängen nach unten geworfen wurden. So etwas gehört einfach nicht in Fußballstadion – einige der 2.000 mitgereisten Zenit-Fans hatten nicht nur begonnen, auf der Tribüne ein Feuer zu entzünden, sondern hatten auch diverse Stühle und Zäune aus ihren Halterungen gerissen. Lernen diese Idioten es nie? Dieses wird noch eine satte Geldstrafe für Zenit St. Petersburg von der UEFA zur Folge haben.

 

Vier Minuten später klingelte es aber dann im Tor von Austria Wien – 1:0 für Zenit durch Kerschakow. Hulk spielte einen Steilpass auf Kerschakow – der Wiener Ortlechner rutschet im Zweikampf gegen Kerschakow aus und so lief er alleine auf den Austria-Torwart Lindner zu, umkurvte diesen und schoss trocken mit rechts zur 1:0-Führung für Zenit ein.

 

Zenit kontrollierte danach das Spiel, wägte sich aber zu früh in der Kabine zum Halbzeit-Tee. Eine Minute vor dem Pausenpfiff – Tor für Austria Wien, 1:1 durch Philipp Hosiner. Dieser

schnappte sich gut 25 Meter vor dem Zenit-Tor den Ball und kam nach einem Doppelpassspiel mit Stankovic im Strafraum zum Abschluss und zum Tor.

 

In einer unterhaltsamen Partie der Champions League steht es zur Halbzeit zwischen Austria Wien und Zenit St. Petersburg 1:1-Unentschieden. Nachdem die Austria eine tolle Anfangsphase erwischte verflachte das Spiel kurzzeitig – bis Zenit begann, die eigene Klasse auch offensiv anzudeuten. Das Führungstor für Zenit war die logische Folge, doch weil Zenit die Austria in der Folge vielleicht ein wenig auf die leichte Schulter nahm, konnten die tapfer kämpfenden Gastgeber durch Hosiner immerhin den zweiten Treffer der Saison erzielen und ausgleichen. Dank des Treffers von Philipp Hosiner lebte die Chance auf den ersten Champions-League-Sieg der Austria und dem ersten einer österreichischen Mannschaft in der Champions-League seit dem 2:1-Sieg des SK Sturm Graz bei Panathinaikos Athen am 20. Februar 2001 in der damaligen zweiten Gruppenphase.

 

Zweite Halbzeit

 

Was für ein Start in die zweite Halbzeit für St. Petersburg? Grauenvoll – bereits drei Minuten nach Wiederanpfiff stand das Ernst-Happel-Stadion in Wien Kopf – 2:1 für Austria. Nach einem guten Ball aus der Mitte von Mader auf den links gestarteten Suttner spielt dieser den perfekten Ball in den Fünfer – wo Jun nur den Fuß hinhalten musste, um aus 4 Metern zur Austria-Führung einzunetzen.

 

Und es kam noch dicker für Zenit. In der 51. Minute gab es kein Halten mehr für die Austria-Fans – denn nun überrannten die Wiener die Gäste ohne Unterlass. In der Mitte hatte Mader alle Zeit der Welt, um aus 25 Metern abzuschließen. Seinen Aufsetzer an den rechten Pfosten ließ Zenit-Keeper Jurij Lodygin prallen – so dass Hosiner aus 6 Metern zum 3:1 für Wien abstauben konnte.

 

In der 58. Minute kam Zenit auch endlich zu einem Torschuss – doch der Versuch von Konstantin Syrjanow von halblinks segelte gute zwei Meter neben das Tor. Zenit versuchte es danach nur mit Klein-Klein im Mittelfeld, doch spätestens nach drei Ballkontakten war ein Wiener da und konnte mit einem Befreiungsschlag klären.

 

Die Austria stand danach mit einem 3:1-Vorsprung im Rücken in der Defensive und verteidigte gut, denn anrennende Zenit-Spieler kamen zu keinem gelungenen Torabschluss. Eine Viertelstunde vor Schluss machte es fast den Eindruck, als hätten sich beide Teams mit dem Ausgang dieser Partie angefreundet. Die Austria hatte sich merklich zurückgezogen, während Zenit auch nur noch mit halber Kraft angriff.

 

Ein Beispiel für die Angriffsleistung von Zenit: In der 77. Minute, nach einer Hereingabe von Hulk, kommt Kerschakow aus sieben Metern völlig frei zum Schuss und jagt das Spielgerät aber steil nach oben in den Wiener Nachthimmel – erbärmlich!

 

Oder dieses in der 82. Minute – Verzweiflung? Hulk marschierte mit dem Ball am Fuß durchs Mittelfeld, blieb dann stehen und wartete 10 Sekunden auf Bewegung – bevor er es aus Mangel an Alternativen aus fast 40 Metern selbst versuchte und den Ball weit über das Tor schoss.

 

Und tatsächlich durfte in der dritten Minute der Nachspielzeit der bei Austria Wien eingewechselte Kienast, aus neun Metern, noch den Schlusspunkt zum 4:1 setzen – nach Anspiel von Hosiner. So ging das Spiel mit einem verdienten 4:1-Sieg für Austria Wien zu Ende. Zenit war einfach über 90 Minuten zu schwach.

 

Zenit muss jetzt ein ganz dickes Präsent nach Madrid schicken. Hätte Atletico nicht den FC Porto mit 2:0 besiegt, würde sich Zenit genau wie der russische Meister ZSKA Moskau den internationalen Fußball von der Zuschauertribüne anschauen müssen.

 

Gruppe G am Mittwoch

 

Austria Wien – Zenit St.Petersburg: 4:1 (1:1)

0:1 Kerzhakov (35.), 1:1 Hosiner (44.), 2:1 Jun (48.), 3:1 Hosiner (51.), 4:1 Kienast (90.+3)

 

Atlet.Madrid – FC Porto: 2:0 (2:0)

1:0 Garcia (14.), 2:0 Costa (37.),

Aranzubia hält FE von Josue (28./Porto)

 

1. Atlet.Madrid 6 Spiele 15:3 Tore 16 Punkte

2. Zenit St.Petersburg 6 – 5:9 – 6

3. FC Porto 6 – 4:7 – 5

4. Austria Wien 6 – 5:10 – 5

 

Gruppe E: Mittwoch

 

FC Schalke 04 – FC Basel: 2:0 (0:0)

1:0 Draxler (51.), 2:0 Matip (57.)

Rot: Ivanov (32./Basel/Notbremse)

 

FC Chelsea – St.Bukarest: 1:0 (1:0)

1:0 Ba (10.)

 

1. FC Chelsea 6 – 12:3 – 12

2. FC Schalke 04 6 – 6:6 – 10

3. FC Basel 6 – 5:6 – 8

4. St.Bukarest 6 – 2:10 – 3

 

Gruppe F: Mittwoch

 

O.Marseille – Bor.Dortmund: 1:2 (1:1)

0:1 Lewandowski (4.), 1:1 Diawara (14.), 1:2 Großkreutz (87.)

Gelb-Rot: Payet (34./Mars./Schwalbe)

 

SSC Neapel – FC Arsenal: 2:0 (0:0)

1:0 Higuain (74.), 2:0 Callejon (90.+3)

Gelb-Rot: Arteta (76./Arsenal/wdh.Foul)

 

1. Bor.Dortmund 6 – 11:6 – 12

2. FC Arsenal 6 – 8:5 – 12

3. SSC Neapel 6 – 10:9 – 12

4. O.Marseille 6 – 5:14 – 0

 

Gruppe H: Mittwoch

 

AC Mailand – Ajax Amsterdam: 0:0 (0:0)

Rot: Montolivo (22./Milan/grobes Foul)

 

FC Barcelona – Celtic Glasgow: 6:1 (3:0)

1:0 Pique (7.), 2:0 Pedro (40.), 3:0, 4:0 und 5:0 Neymar (44./48./58.), 6:0 Tello (72.), 6:1 Samaras (88.)

 

1. FC Barcelona 6 – 16:5 – 13

2. AC Mailand 6 – 8:5 – 9

3. A.Amsterdam 6 – 5:8 – 8

4. Celt.Glasgow 6 – 3:14 – 3