Champions League: Erreicht Zenit St. Petersburg ein Fußball-Wunder?

Moskau. In den letzten Achtelfinal-Rückspielen der UEFA Champions League kämpfen diese Woche acht Teams um das Weiterkommen – oder um einen würdigen Abschied aus der Königsklasse. Der Weg ins Viertelfinale der Champions League ist für Zenit St. Petersburg weit verbaut: Nach der 2:4-Heimpleite im Hinspiel im Petrowski-Stadion gegen Borussia Dortmund kann Zenit morgen am Mittwoch nur noch auf ein Fußball-Wunder hoffen. Aber auch diese soll es geben!

In der Bundesliga wird der Kampf der Dortmunder um einen Champions-League-Platz langsam zu einer Zitterpartie, auch für Zenit rückt die direkte Qualifikation langsam in die Ferne und die Generalprobe fürs Achtelfinale ging für beide Teams daneben: Zenit verlor am vergangenen Wochenende mit 0:1 bei Titelverteidiger ZSKA Moskau, der BVB unterlag zuhause 1:2 gegen Borussia Mönchengladbach.

Dietmar Beiersdorfer, Sportdirektor des russischen Vizemeisters Zenit St. Petersburg, sieht trotz der 2:4-Niederlage seiner Mannschaft im Achtelfinal-Hinspiel noch eine kleine Chance auf ein Weiterkommen in der Champions League.

„Die Chance ist natürlich nicht allzu hoch. Aber wenn es uns die Dortmunder in den ersten sechs Minuten ähnlich leicht machen würden, wie wir es vor drei Wochen taten, haben wir noch eine Chance“, sagte der 50-Jährige im Interview bei „Gazprom Footbal“: „Wir haben noch etwas gutzumachen und wollen alles daransetzen, ein gutes Spiel zu liefern.“

Beim Hinspiel hatte der deutsche Vizemeister bereits nach fünf Minuten durch Tore von Henrikh Mkhitaryan (4.) und Marco Reus (5.) mit 2:0 in Führung gelegen. Vor dem Rückspiel am Mittwoch (20.45 Uhr MEZ) freut sich Beiersdorfer, ehemaliger Sportchef beim Hamburger SV insbesondere auf die Stimmung im Dortmunder Stadion: „Die Atmosphäre in Dortmund gehört wohl mit zu den beeindruckendsten in der Welt. Es ist ein wirkliches Erlebnis, vor mehr als 80.000 Zuschauern zu spielen.“

Beim Gastspiel in St. Petersburg hatten die Schwarz-Gelben Zenit über weite Strecken derart gut im Griff, dass selbst auf die jeweils vermeidbaren Gegentreffer postwendend die passende Reaktion gefunden wurde. Kursierte bereits unmittelbar nach der Auslosung das Gerücht, dass Zenit möglicherweise der schwächste aller möglichen Achtelfinal-Gegner ist, wurde dieses in den bislang absolvierten 90 Minuten sicherlich nicht widerlegt.

Dass die sportliche Krise in St. Petersburg inzwischen auch die Entlassung von Trainer Luciano Spalletti überdauert, dürfte sich gleichfalls kaum als verlässliche Garantie für die Borussen erweisen: Die mittlerweile vier Spiele währende Durststrecke von Zenit nimmt sich schließlich geradezu bescheiden aus, werden dieser die neun sieglosen Auftritte gegenübergestellt, mit denen sich jüngst Borussia Mönchengladbach ins Stadion der Westfalen trauten.

Auch wenn der nunmehrige Interimstrainer Sergei Semak bei seinem Debüt gegen ZSKA Moskau gleich eine Niederlage kassierte, werden seine Schützlinge in der Champions League doch sicherlich noch einmal alles versuchen wollen – und die Erfahrung lehrt zur Genüge, dass gerade im Europapokal-Standort Dortmund immer etwas Unerwartetes passieren kann.

Achtelfinale: Rückspiele

Dienstag, 18.März, 20.45 Uhr

Real Madrid – FC Schalke -:- 6:1 (Hinspiel)

FC Chelsea – Galatas. Istanbul -:- 1:1

Mittwoch, 19.März, 20.45 Uhr

Manchester Utd. – Olym. Piräus -:- 0:2

Bor. Dortmund – St. Petersburg -:- 4:2

Dienstag, 11.März

Bayern München – FC Arsenal 1:1 und 2:0

Atletico Madrid – AC Mailand 4:1, 1:0

Mittwoch, 12.März

Paris St.Germain – B.Leverkusen 2:1, 4:0

FC Barcelona – Manchester City. 2:1, 2:0