„BrauBeviale“: Nach der Messe ist vor der Messe

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Nürnberg/Moskau – In Nürnberg ging gestern die „BrauBeviale 2016“ zu Ende. Seit 1978 präsentiert die Messegesellschaft Nürnberg, unterstützt durch das Messeförderprogramm des Bundes, ihre Fachmesse rund um die Bierproduktion und die Getränkeindustrie. Im Jahr 2015 kam als einzige Messe für die gesamte Getränkeindustrie in Osteuropa der Ableger „Beviale Moscow“ hinzu.

Im ersten Moment mag man zuallererst denken, es handele sich bei einer Braumesse um das größte Freibierfestival der Welt. Jedoch, mit einer „Saufaus-Veranstaltung“ hat die „Beviale“ herzlich wenig gemeinsam. Vielmehr deckt das Fachangebot der „BrauBeviale“ das gesamte Leistungsspektrum entlang der Prozesskette in der Getränkewirtschaft ab. Von geeigneten Rohstoffen über passgenaue Technologien bis zu effizienten Verpackungen, Logistik und kreativen Marketingideen gibt die Messe einen umfangreichen Einblick über die aktuellen Innovationen der am Prozess beteiligten Unternehmen.

Dieses Jahr präsentierten mehr als 1.100 Aussteller ihre Produkte, Lösungen und Trends in Nürnberg. Rund 38.000 Fachbesucher, „Otto-Normal-Verbraucher“ ist ohnehin nicht zugelassen, nutzten die Gelegenheit sich während der drei Tage umfangreich zu informieren oder gleich Verträge zu unterzeichnen. Es sei das erfolgreichste Messe-Triple in der Geschichte der BrauBeviale gewesen resümiert Andrea Kalrait als Veranstaltungsleiterin und blickt bereits mit Vorfreude auf die nächste Veranstaltung.

Osteuropa im Visier

Das Kind der „Braubeviale“, die „Beviale Moscow“, ist die erste Fachmesse in Russland, die sich ebendieser gesamten Wertschöpfungskette der Getränkeproduktion widmet. Schon bei ihrer Premiere 2015 überzeugte die Veranstaltung auf Anhieb. Der Getränkemarkt in Osteuropa ist ohnehin nicht zu unterschätzen und für Fachbesucher aus dem osteuropäischen Raum bietet die „Beviale Moscow“ die ideale Plattform, um individuelle Lösungen für ihre Anforderungen vor Ort zu eruieren. Das Fachangebot erstreckt sich auch hier vom Rohstoff bis zur Vermarktung.

Im Gespräch erläuterte der Projektleiter der „NürnbergMesse“, Thimo Holst, den Stand der Messevorbereitungen in Moskau und seine Erwartungen.

Herr Holst, ziemlich genau vor einem Jahr feierte die Beviale Moscow Premiere. Allen Unkenrufen zum Trotz war sie mit über 100 Ausstellern und rund 2.700 Fachbesuchern ein voller Erfolg. Im Februar 2017 steht nun die Zweitauflage an. Wie entwickelt sich die Messe insgesamt?

Thimo Holst: Unser Messebaby wächst und gedeiht. Wir haben flächenmäßig bereits das Vorjahresergebnis erreicht. Mit dabei sind Aussteller, die schon bei der Premiere in Moskau waren, aber auch neue Unternehmen, die ihr osteuropäisches Engagement ausweiten wollen. Zur Zweitveranstaltung können wir also in jedem Fall ein Wachstum verzeichnen. Darauf sind wir schon ein bisschen stolz, denn der russische Markt gestaltet sich nach wie vor herausfordernd. Umso mehr zeigt die Entwicklung der Beviale Moscow, dass das Veranstaltungskonzept richtig ist und angenommen wird.

Viele Unternehmen der Getränkewirtschaft steckten gerade mitten in den Vorbereitungen zur „BrauBeviale“ in Nürnberg. Gibt es doch noch Möglichkeiten, sich auch danach für die „Beviale Moskau“ anzumelden?

Thimo Holst: Ja klar. Jeder, der sich über die Getränkemärkte und Auslandsveranstaltungen der „NürnbergMesse“ weltweit informieren möchte, ist dort herzlich willkommen. Als kleines Schmankerl gibt es für Aussteller, die sich direkt in Nürnberg zu einer Teilnahme an der „Beviale Moscow“ entschieden, die Chance, ein attraktives Marketing-Paket zu gewinnen.

Gibt es auch Neuerungen im Rahmenprogramm der „Beviale Moscow“? Was dürfen Besucher erwarten?

Thimo Holst: Ja, wir haben neue Kooperationen mit kompetenten Partnern, sowohl lokalen als auch internationalen, die das Rahmenprogramm noch attraktiver machen. So freuen wir uns, in diesem Jahr erstmalig die „PETarena powered by PETnology“ auf der „Beviale Moscow“ begrüßen zu dürfen. Es handelt sich hierbei um eine Sonderfläche für Aussteller aus dem PET-Bereich, die durch ein hochkarätiges Seminarprogramm abgerundet wird. Ähnlich verhält es sich mit dem erstmalig stattfindenden „Refrigeration & Heating Pavilion“, auf welchem die Themen Prozesskälte, Kühlkette und Kühllagerung behandelt werden.

Natürlich sind auch unsere Konferenzpartner aus der Erstveranstaltung wieder mit an Bord. Hier ist vor allem die Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) zu nennen, die wieder ihre gefragte Weiterbildungsveranstaltung für Führungskräfte aus der Industrie, Craft Brewer und Gasthausbrauereien anbietet: das „VLB Seminar for Brewers“.

Außerdem haben wir in Gesprächen mit unseren Ausstellern und Besuchern erfahren, welche Themen der Branche gerade auf den Nägeln brennen. Die Frage der Berufsausbildung und des Nachwuchses in der Getränkeindustrie zum Beispiel, die Themen Energieeffizienz, Recycling und Nachhaltigkeit, aber auch welche Anforderungen und Lösungen kleine und mittelständische Unternehmen, sogenannte KMUs, haben bzw. brauchen. Dazu gibt es jeweils wieder Vorträge von unseren Partnerverbänden, zum Beispiel der „Association of Beer and Beverage Market“, der „National Packaging Confederation“ (NC Pack), der „Union of Winegrowers of Russia“, der „Barley, Malt, Hops, Beer Union“ (BMBU), der „Dairy Union of Russia“, dem Verband der Getreideproduzenten und dem Mineralwasserverband.

Herr Holst, herzlichen Dank für dieses Gespräch.

An dieser Stelle ein Dank an die „NürnbergMesse“, die freundlicherweise der Veröffentlichung des Interviews zustimmte.

Aktuelle Informationen zur „Beviale Moscow 2017“, die vom 28.2. bis 2.3.2017 stattfindet, sowie einen Rückblick auf die „Beviale Moscow 2015“ finden Sie unter www.beviale-moscow.com.

 

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.