Bombendrohung legt russische Raiffeisenbank lahm

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Das Spiel mit der Angst geht weiter. Seit September beschäftigt eine Serie anonymer Anrufe bei Behörden und Firmen die russischen Sicherheitsorgane. Regelmäßig müssen nach Drohungen Gebäude und Einrichtungen evakuiert und Geschäftsräume geschlossen werden, der dadurch entstandene Schaden geht mittlerweile in die Millionenhöhe. Am gestrigen Freitag wurde die russische Raiffeisenbank zum Ziel von Attentätern.

Wegen einer eingegangenen Bombendrohung sah sich die russische Tochterbank der österreichischen Raiffeisenbank International RBI gezwungen, aus Sicherheitsgründen sämtliche ihrer Filialen in Russland zu schließen und zu evakuieren, wie eine Sprecherin der Bank gestern Nachmittag in Wien der Presse mitteilte.

Betroffen waren 183 Filialen des Geldinstituts in ganz Russland, heißt es. Nach zwei Stunden habe man jedoch laut der Bank Entwarnung geben können, der Anruf habe sich als falscher Alarm herausgestellt. Die Gebäude und Geschäftsräume seien inzwischen alle wieder geöffnet worden und der Betrieb geht wie gewohnt weiter.

„Das Leben sowie die Sicherheit unserer Kunden und Mitarbeiter haben absolute Priorität und deshalb haben wir uns entschieden, kurzfristig alle Räumlichkeiten der Bank und auch das Call Center zu räumen und zu überprüfen“, so die offizielle Meldung aus der Zentrale der Raiffeisenbank International.

Erst vor ein paar Tagen waren St. Petersburger Hotels und Einkaufszentren Opfer von Bombendrohungen geworden. Bisher wurden noch keine Urheber der Anschlagserie, die Russland seit dem 11. September diesen Jahres in Atem hält, identifiziert. Man habe deshalb bereits schon Spuren ins nähere Ausland vermutet, wie die Behörden bekanntgaben.

[mb/russland.NEWS]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.