Blutfreitag Odessa: Tote im Gewerkschaftshaus durch Chloroform

Vergiftung durch das Gas ist Ursache von 32 Sterbefällen

 Untersuchungen des „Blutfreitag“ in Odessa, bei dem am 2. Mai 2014 46 Menschen starben,durch Forensiker der Staatsanwaltschaft hat erschreckendes zu Tage gefördert. Die Mehrheit der Toten im Gewerkschaftshaus starb offenbar an einer Vergiftung mit Chloroform-Gas.

Bei den dortigen Opfern handelt es sich um Antimaidaner, die nach gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Euromaidan-Anhängern, bei denen sie unterlagen, ins Gewerkschaftshaus flüchteten, das dann durch Molotow-Cocktails in Brand geriet. Dementsprechend hatte man zuerst gedacht, die Mehrheit der Toten sei durch Folgen des Brandes wie Rauchvergiftung zu Tode gekommen.

Die Ermittlungen waren erst zögerlich, aber dann unter wachsendem öffentlichen Druck in der Stadt intensiver verlaufen. Bereits am Montag erschreckte eine Meldung die Stadtbevölkerung. Wie unter anderem die örtliche Onlinezeitung Tajmer schrieb, starben gemäß der Ermittler 32 der Toten im Haus nicht an Folgen des Brandes. Bereits zu dieser Zeit stand von der Untersuchung der Opfer eine Vergiftung mit Gas im Verdacht.

Dieser bestätigte sich nun nach einer Untersuchung von Forensikern, die an mehreren Stellen im Haus Rückstände des Gases fanden. Es wurde medizinisch traditionell zum Betäubung eingesetzt, ist jedoch in größeren Dosen tödlich. Nun fahndet man nach den Verbreitern des Gases.

Die Ermittungen der Behörden waren von der Presse vor Ort zunächst scharf kritisiert worden, da zunächst nur an den Gewaltätigkeiten beteiligte Antimaidaner verhaftet worden waren. Das hatte auch zu einer Befreiungsaktion durch deren Sympathisanten geführt. Erst später waren auch Euromaidaner im Zusammenhang mit dem Brand im Gewerkschaftshaus  in Haft genommen worden. Darunter auch eine Gruppe Studenten, die zahlreiche Fotos am Tag der Gewalt beim Bau und der Lieferung von Molotow-Cocktails zeigen. Diese hätten nach eigener Aussage nicht aus Patriotismus gehandelt, sondern seien von dritter Seite bezahlt worden meldet die örtliche Onlinezeitung Tajmer heute. Nach den Geldgebern werde noch gefahndet.

Das Haus war in den letzten Wochen auch Ziel von Katastrophentouristen gewesen, was Angehörige der Opfer nun unterbinden wollen. Im Zuge der Unruhen ist die bisher vor allem unter russischen Touristen beliebte Stadt Odessa stark ins Schlingern geraten. Die Immobilienpreise vor Ort sind innerhalb von zwei Monaten um 25% eingebrochen. Radikale Antimaidaner sind vor einer Verhaftung mittlerweile in einiger Zahl auf die Krim geflohen. Dort haben sie eine Organisation zur „Befreiung“ Odessas gegründet. Odessa ist mehrheitlich russischsprachig, aber aktuell unter Kontrolle der Euromaidan-Behörden. Die Angriffe am 2.5. hatten sie auch gegen eine vor dem Gewerkschaftshaus eingerichtete Zeltstadt der Antimaidaner gerichtet, die im April dauerhaft bestand. In der Stadt gibt es eine große, gegen den Euromaidan gerichtete Opposition.